Hanna Noller und Sebastian Klawiter übernehmen Vertretungsprofessur für die Klasse Entwerfen, Architektur und Design

Hanna Noller und Sebastian Klawiter, Gründungsmitglieder des gemeinnützigen Vereins Stadtlücken e.V., übernehmen im Wintersemester 2019/2020 die Vertretungsprofessur für die Klasse Entwerfen, Architektur und Design des Studiengangs Architektur der ABK Stuttgart. Sie folgen auf Prof. Eduard Schmutz, der nach langjähriger Lehrtätigkeit am 31. März 2019 in den Ruhestand eingetreten ist. 

Abb.: Hanna Noller und Sebastian Klawiter; Stadtlücken e.V. Abb.: Hanna Noller und Sebastian Klawiter; Stadtlücken e.V.

04.11.2019

Hanna Noller, gelernte Schreinerin, studierte BWL und Architektur in Hamburg, Istanbul und an der ABK Stuttgart. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich immer mit Themen im Grenzbereich von Handwerk, Architektur, Stadtplanung und Politik.

Sebastian Klawiter ist Schreinermeister und studierte anschließend Innenarchitektur und Architektur in Coburg und an der ABK Stuttgart. Während seiner zweieinhalbjährigen Tätigkeit im Studio Asif Khan in London arbeitete er an verschiedenen internationalen sowie nationalen Projekten in den unterschiedlichsten Maßstäben im Grenzbereich zwischen Stadtplanung, Architektur und Produktdesign.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Stadtlücken“ im Studiengang Architektur an der ABK Stuttgart initiierten Hanna Noller und Sebastian Klawiter 2015 gemeinsam mit einer Gruppe junger Gestalterinnen und Gestalter den mehrfach ausgezeichneten gemeinnützigen Verein Stadtlücken e.V. Seit 2016 arbeiten sie gemeinsam in Forschung und Lehre im Städtebau-­Institut am Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen der Universität Stuttgart bei Prof. Dr. Martina Baum, wo sie im Juni 2018 die Koordination des Forschungsprojektes „Future City Lab – Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ übernommen haben. An der ABK sowie der Hochschule für Technik Stuttgart waren beide darüber hinaus als Lehrbeauftragte tätig. 

Als Stipendiatin und Stipendiat des Landesgraduiertenstipendiums 2018/2019 untersuchen Hanna Noller und Sebastian Klawiter unter dem Titel „Von temporär zu legendär“ die Entfaltung temporärer Projekte am Beispiel der von Stadtlücken e.V. gestalteten Projekte „Urbanes Experimentierfeld Österreichischer Platz“ und dem offenen Beteiligungskonzept mit Programm zur alternativen Nutzung der Kirche „St. Maria als“. Im November treten beide 2020 das Stipendium der Akademie Schloss Solitude im Fachbereich Architektur an.

Der Fokus von Sebastian Klawiter und Hanna Noller liegt im Entwerfen und der Analyse von provisorischen Architekturen, die in der Lage sind, alte Denkweisen aufzubrechen und neue Dialoge anzuregen. Dabei suchen sie nach Möglichkeiten die Rahmenbedingungen, Verknüpfungen und Schnittstellen zwischen Städtebau, Architektur, Handwerk, Stadtverwaltung, Politik und Zivilgesellschaft neu zu gestalten mit dem Ziel, festgefahrene Routinen zu hinterfragen. In Ihrer Arbeit „Von temporär zu legendär“ erforschen sie aktivierende Formate wie Stadtlabore, Bauschulen, Architektur-Festivals und Realexperimente, die als Vermittler zwischen Wissenschaft, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft wirken und gleichzeitig Inkubator für transdisziplinäre Zusammenarbeit sind. Die mit Stadtlücken e.V. erarbeitete Vision des kooperativen Stadtraums, in dem die inter- und transdisziplinäre Begegnung und Zusammenarbeit von Menschen auf Basis demokratischer und commonbasierter Aushandlungsprozesse stattfinden kann, dient dabei als Untersuchungs- und Diskussionsraum.

Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre arbeiten beide an freien Projekten, zu denen unter anderem die neuen Räume der Produktions-, Workshop- und Verkaufsflächen des Deutschen Meisters des Chocolatiers Kevin Kugel in Sindelfingen gehören. 


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