Die Akademie trauert um Rosalie

Am 12. Juni 2017 ist die Bühnenbildnerin, Bildhauerin und Künstlerin Rosalie nach langer Krankheit 64-jährig in Stuttgart verstorben. Seit 1979 war Rosalie als Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Schauspiel, Ballett und Film tätig und schuf als freischaffende Künstlerin experimentelle Raum- und Figurenkonzepte, in denen sie Alltagsgegenstände verfremdete und in neue Kontexte setzte.

Abb.: Rosalie (Foto: Daniel Mayer) Abb.: Rosalie (Foto: Daniel Mayer)

12.06.2017

1953 als Gudrun Müller in Gemmrigheim geboren, studierte Rosalie von 1974 bis 1978 Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart und von 1975 bis 1982 Malerei, Grafik und Plastisches Arbeiten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart – davon von 1977 bis 1982 Bühnenbild bei Jürgen Rose, dessen Namen sie in Verehrung seiner Person als Lehrer angenommen hatte. 

Seit 1979 war Rosalie freischaffende Künstlerin. Sie entwarf experimentelle Raum- und Figurenkonzepte und war als Malerin, Installationskünstlerin und Bildhauerin tätig. Daneben übernahm sie Aufträge als Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Schauspiel, Ballett, experimentelle Musik und Film.

Wichtige Partner Rosalies waren der Choreograph Uwe Scholz, für den sie Bühnenbilder unter anderem am Staatstheater Stuttgart, an der Mailänder Scala und an der Oper Leipzig schuf, der Regisseur Alfred Kirchner, für den sie neben dem „Ring“ auch den „Faust“ am Schillertheater (1990) ausstattete, und in jüngerer Vergangenheit der Choreograph Martin Schläpfer.

Im Wintersemester 1994/1995 hatte Rosalie die Vertretungsprofessur für Jürgen Rose im Fach Bühnen- und Kostümbild an der Stuttgarter Akademie inne. Ab 1995 war sie an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main Professorin mit eigenem Lehrstuhl für Bühnen- und Kostümbild. Zuletzt realisierte sie eine kinetische Lichtskulptur für Mahlers Achte in der Elbphilharmonie. Die Produktion mit ihrem letzten Bühnenbild – Richard Strauss' „Salome“ in der Regie von Aron Stiehl – hat am 17. Juni 2017 in Leipzig Premiere.

Rosalie wurde mit einer Reihe an Preisen ausgezeichnet. Im April 2013 verlieh ihr Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. 

Die Akademie trauert um Rosalie und bekundet ihrer Familie ihre Anteilnahme.


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