Hannah Häußer und Max Borchert publizieren im Verlag Hermann Schmidt

Das Kollektiv HuM (Hannah Häußer und Max Borchert) aus dem Studiengang Kommunikationsdesign der ABK Stuttgart haben es geschafft: Ihre Publikation „niße“ ist zur diesjährigen Buchmesse in Frankfurt im Verlag Hermann Schmidt erschienen. 

Abb.: Maximilian Borchert & Hannah Häußer, niße (im Oktober 2017 im Verlag Hermann Schmidt erschienen) Abb.: Maximilian Borchert & Hannah Häußer, niße (im Oktober 2017 im Verlag Hermann Schmidt erschienen)

25.10.2017

Über das Buch
116 Jahre lang führte das kleine Eszett von anderen Ländern beneidet oder belächelt ein Leben als einzige lateinische Glyphe ohne großen Bruder. U+1E9E im Unicode-Zeichensatz war lange leer, bis am 29. Juni 2017 der deutsche Rechtschreibrat das Versal-Eszett ins amtliche Regelwerk aufnahm.

Da wird es Zeit für eine Bestandsaufnahme: Hannah Häußer und Maximilian Borchert aus der Klasse Cluss sichten die Google-Schriftbibliotheken auf der Suche nach Eszett-Schnitten. Sortieren nach Sans, Serif, Slab und Mono. Erlauben den 30 schönsten Display-Eszetts, mitzuspielen in der analogen Liebeserklärung an die Glyphe, die wir Deutschen mit munterer Beharrlichkeit gegen die Globalisierung der Rechtschreibung verteidigen. Staunen, wie viele asiatische Typedesignerinnen und -designer sich selbstverständlich des Eszetts annehmen. Und freuen sich, über jede Schriftgestalterin und jeden Schriftgestalter, die zur Emanzipation des Versal-Eszetts beitragen und ihm hilft, den Spitznamen „German-B“ endgültig abzulegen.

Eine Bestandsaufnahme aus dem August 2017 festgehalten in einem analogen Buch, das einem Buchstaben die Ehre erweist, der es sich nie leicht gemacht hat.

Gestalter diskutieren kontrovers
Wie immer, wenn sich etwas ändert, wird kontrovers diskutiert. Die Einen finden, das kleine Eszett habe sich in den 116 Jahren allein doch ganz tapfer geschlagen. Die anderen nehmen die Herausforderung der Formfindung zwischen kleinem ß und großem B munter an. Wir beobachten und begutachten. Die gestalterische Herausforderung reizt. Eine Liebeserklärung an den tapferen Buchstaben in 400 Eszett-Schnitten ist das Ganze in jedem Fall wert…


Maximilian Borchert & Hannah Häußer
niße
400 Eszett-Schnitte
832 Seiten 
mit 400 gemeinen und 88 Versal-Eszett-Glyphen
Format 12 x 16 cm
Klebegebundene Broschur mit freiem Rücken gebunden in tiefschwarzes Schabert-Magic-Glitzerleinen mit silberner Prägung
Text englisch
Verlag Hermann Schmidt, Oktober 2017
ISBN 978-3-87439-904-3
www.typografie.de/produkt/nisse/