Campus Weißenhof

Angesiedelt auf dem Stuttgarter Killesberg in direkter Nachbarschaft zur weltweit bekannten Weißenhofsiedlung finden sich auf dem Campus Weißenhof der ABK Stuttgart drei Gebäude, die zu unterschiedlichen Zeiten errichten worden sind: der erwürdige, sog. Altbau der Akademie, der Neubau 1 oder „Architektenbau“ nebst Werkstattbau, sowie der Neubau 2, dem jüngsten der drei Gebäude auf dem Campus.

Zwei der Gebäude wurden in die Denkmalliste aufgenommen, in drei der Gebäude findet sich Kunst am Bau.

Altbau und Denkmalschutz

Der sogenannte Altbau am Weißenhof 1 ist als Kulturdenkmal in das Denkmalbuch des Landes eingetragen. Der Denkmalcharakter ist dabei nicht allein durch die architektonische Formensprache begründet, sondern vor allem durch die zugrundeliegenden funktionalen und konzeptionellen Überlegungen. 

1902 hatte der aus München nach Stuttgart berufene Bernhard Pankok (1871‒1943) die Leitung der „Kunstgewerblichen Lehr- und Versuchswerkstätten“ übernommen. Seit seiner Berufung nach Stuttgart hatte Pankok sich für einen Neubau zur Unterbringung „seiner“ Schule eingesetzt. Die Regierung sah sich damals wegen des Bahnhofumbaus genötigt, eine neue Kunstgewerbeschule zu bauen. Pankoks Plan, die Lehrwerkstätten und die Kunstgewerbeschule unter seiner Leitung zusammenzuführen, fand Zustimmung. Im Sommer des Jahres 1913 wurde Bernhard Pankok die gemeinsame Leitung der Kunstgewerbeschule und der Lehr- und Versuchswerkstätten übertragen. Im weiteren Verlauf des Jahres bezogen beide Institutionen unter dem gemeinsamen Namen „Königlich Württembergische Kunstgewerbeschule“ das seit 1906 geplante Gebäude am Weißenhof. 

Pankok hatte intensiv an der Planung des Neubaus mitgewirkt, dessen Gestaltung die Finanzverwaltung an das Architekturbüro Eisenlohr & Pfennig delegiert hatte. Das neue Gebäude folgte den Idealen einer funktionalen und sachlichen Jugendstil-Architektur. Es sollte den zahlreichen Werkstätten und Fachabteilungen Raum bieten. Sie wurden so angeordnet, dass die Studierenden und alle anderen Nutzer des Gebäudes stets die Werkstätten passierten und mitbekamen, was dort geschah. Pankoks Idee einer Symbiose aller Künste unter einem Dach ist „als der früheste Versuch einer Gesamtschule noch vor dem‘Bauhaus’”bezeichnet worden.

Gemeinsam mit der neu eingerichteten Straßenbahnlinie, die vor dem Gebäude ihre Endschleife fuhr, wurde am 15. Oktober 1913 der stattliche Neubau eröffnet. Die Stuttgarter Kunstgewerbeschule mit ihren neun Fachabteilungen entwickelte sich zu einer der größten und führenden Hochschulen ihrer Art in Deutschland.

Neubau 1 und Denkmalschutz

Kunst am Bau

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