Personen

Ebinger-Rist Nicole

Dipl.-Rest. Nicole Ebinger-Rist

promoviert auf dem Gebiet der Kunstwissenschaft/Kunsttechnologie.

Titel der Dissertation: „Die Funde aus dem hallstattzeitlichen »Fürstinnengrab« von Herbertingen: Bergung, Freilegung, Restaurierung, Materialanalyse und Funktion“
Betreuung: Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Eggert und Prof. Dr. phil. habil. Dirk L. Krausse (LAD BW)

  • Kurzvita

    Nicole Ebinger-Rist
    studierte Konservierung und Restaurierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Abschluss 2004).

    Seit 2005 arbeitet sie am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und leitet dort die Archäologische Restaurierung.

    Im Rahmen ihrer Tätigkeit koordiniert sie zahlreiche Projekte, die sich unter anderem mit der Implementierung von modernen Techniken, wie z. B. der Röntgen-Computertomographie in den praktischen Arbeitsalltag beschäftigt.

  • Laufende Dissertation

    „Die Funde aus dem hallstattzeitlichen »Fürstinnengrab« von Herbertingen: Bergung, Freilegung, Restaurierung, Materialanalyse und Funktion“
    Kurzfassung

    Das 2010 etwa 2,5 km südöstlich der Heuneburg entdeckte und aufgrund des Erhaltungszustands sowie des herausragenden Inhalts der Grabkammer im Block geborgene und 80 Tonnen schwere Fürstinnengrab von Herbertingen (Kreis Sigmaringen) ist einer der bedeutendsten Funde für die späte Hallstattzeit der letzten 35 Jahre. Das Grab stellt auf Grund seiner historischen Bedeutung, der Qualität seiner Beigaben und seiner ebenso außergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen eine große Herausforderung für die Restaurierung und Archäologie dar. Bergung, Restaurierung, Analyse und Funktionsbestimmung der z.T. singulären Beigaben erfordern den Einsatz und zum Teil auch die Entwicklung innovativer Methoden. Diese im Rahmen des interdisziplinären Dissertationsprojekts entwickelten und angewendeten Verfahren und die dabei erreichten Ergebnisse zielen auf die Erweiterung des Methodenspektrums im Bereich der Restaurierungswissenschaften und verschiedener Nachbardisziplinen.  Ein weiteres Ziel der Arbeit ist die Funktionsinterpretation schwer ansprechbarer archäologischer Beigaben. Diese Untersuchungen konzentrieren sich im Rahmen des Dissertationsvorhabens auf eine wichtige Bei-gabengruppe des Grabes, die sich auf Grund ihres singulären Charakters bisher einer Funktionsinterpretation entzieht. Erste Beobachtungen weisen in den Bereich des Pferdegeschirrs. Die Interpretation des potentiellen „Pferdegeschirrs“ erfordert neben der restaurierungs-wissenschaftlichen und archäometrischen Analyse auch eine archäologisch-technikgeschichtliche Einordnung der betreffenden Beigaben. In diesem Teilaspekt wird das Dissertationsvorhaben auch eine vergleichende typologische Einordnung des „Pferdegeschirrs“ aus dem Bettelbühlgrab umfassen und sich darüber hinaus mit bestehenden Restaurierungsvorschlägen bzw. Rekon-struktionen dieser Fundgruppen kritisch auseinandersetzen.

    Eine wichtige Methode innerhalb des Vorhabens ist die Röntgencomputer-tomographie (RCT). Ihre Vorteile wurden in den letzten Jahren in der Archäologischen Restaurierung systematisch erforscht. Die virtuelle Frei-legung soll als Beleg für die Ansprache der Fundgegenstände sowie deren Funktion dienen. Die stratigraphische Auswertung mittels der Röntgencomputertomographie unterstützt wesentlich abschließende Rekonstruktionen.Die Herausforderung der Anwendung der Methode zur Auswertung der Grabkammer liegt in der Größe der Blockbergung, die durch die Befunde und deren durch die manuelle Freilegung sichtbaren Befundgrenzen vorgegeben sind. Einmalig ist hierbei, dass die RCT zum ersten Mal systematisch für die Auswertung einer gesamten Grabkammer angewendet wird.

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