Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information (KNMDI)

Über den Studiengang

Mission Statement
Der Masterstudiengang „Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information“ an der ABK Stuttgart bietet seit 2006 die Möglichkeit der Ausbildung zum Preservation Manager (M.A.). Mit Hilfe von Projektmitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg wurde ein in dieser Form weltweit einmaliger Studiengang eingerichtet. Durch Vernetzen von in der Akademie und in ihrem Umfeld bereits vorhandenen Ressourcen, durch Lehrangebote von in- und ausländischer Experten, sowie durch Kooperationen mit führenden Forschungseinrichtungen entsteht im Studiengang ein kontinuierlich wachsender internationaler Wissenspool.

Die Ausbildung
Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch eine hohe Fachkompetenz und eine ziel- und ergebnisorientierte Herangehensweise aus. Wir verstehen den Lernprozess als kontinuierliche Auseinandersetzung mit unserem Themenfeld. Wir beteiligen uns an Netzwerken, verfolgen aktuelle Trends und Projekte und blicken in die Zukunft. Wir wissen, dass die Bewahrung des kulturellen Erbes nur partnerschaftlich und kooperativ zu bewältigen ist. Durch Beratung stehen wir allen Interessierten bei der Lösung ihrer Aufgaben zur Seite und setzten auf den Dialog mit Institutionen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. In der engen Verzahnung von theoretischer und praktischer Ausbildung sehen wir die notwendige Voraussetzung um eine Schlüsselqualifikation für eine berufliche Zukunft in der Erhaltung von Kulturgut zu erwerben. Wir streben danach, dass Bestände in geeigneter Form dokumentiert, konserviert, restauriert oder rekonstruiert und archiviert werden, damit sie heute, wie auch in einer Zukunft, deren Technologien heute noch nicht absehbar sind, unverfälscht verfügbar sind.

Das Ziel der Ausbildung ist das Vermitteln von Kenntnissen und Fähigkeiten zum langfristigen Erhalt von Kunst, Kultur-, Archiv- und Bibliotheksgut in den Bereichen Fotografie, Video und digitale Information. Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen der Planung, Organisation und Administration von Projekten sowie der Prävention in der Bestandserhaltung.

Ein Ausblick
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Studieninhalte und die Verstetigung unserer Arbeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste sowie in den uns partnerschaftlich verbundenen Institution und darüber hinaus sind zentrale Anliegen für die Zukunft. Durch die Publikation von Projekten und Ergebnissen, den Aufbau einer umfangreichen Studiensammlung und einer Bibliothek mit themenspezifischer Fachliteratur leisten wir unseren Beitrag in einem sich ständig entwickelnden Umfeld. Das Land Baden-Württemberg und die Region Stuttgart beheimatet eine Reihe wichtiger Institutionen im Bereich des Sammelns, Bewahrens, Ausstellens, Forschens, Vermittelns sowie der Dokumentation von Kunst und Kulturgut. Der Studiengang „Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information“ wird auch in Zukunft in diesem Umfeld die Rolle eines wertvollen und verlässlichen Partners einnehmen.

Über das Berufsbild

Das Berufsbild: Unser Angebot ist eine Ausbildung, die Kenntnisse und Fähigkeiten zum langfristigen Erhalt von Kunst, Kultur-, Archiv- und Bibliotheksgut vermittelt. Die Grundlage hierfür wird durch ein umfassendes Verständnis für die inhaltlichen, administrativen, technischen, rechtlichen, ethischen und historisch gewachsenen Ziele und Bedingungen bei der Bewahrung von Kulturgut gebildet. Unsere Schwerpunkte liegen auf den Bildmedien, der Fotografie und den audiovisuellen Medien, sowie der genuin digitalen und digitalisierten Information. Die Planung, Organisation und Administration von Projekten sowie die Prävention in der Bestandserhaltung sind zentrale Anliegen der Ausbildung. Die Restaurierung ist nicht unser Auftrag. Die Absolventen unseres Studiengangs besetzten die Position des Vermittlers zwischen Wissenschaft und Technik, zwischen Produzenten, Forschern, Bewahrern und Nutzern.

Studieren

Lehrinhalte

Was wäre, wenn künftige Historiker unsere Kultur und Geschichte ohne Fotografien, Videofilme oder digitale Schriftaufzeichnungen rekonstruieren müssten?

Angesichts der schleichenden Auflösungsprozesse von Bild oder Trägermaterial bei analogen Fotografien und der schnell veraltender Wiedergabetechnologie von elektronischen Medien ist dieses Szenario wahrscheinlicher als manch einer wahrhaben möchte. In nahezu allen Museen, Archiven, Bibliotheken und Sammlungen dieser Welt werden Spezialisten benötigt, die mit verlässlichen Strategien diesem drohenden Verlust immenser Bestände vorbeugen.

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart hat mit Hilfe von Projektmitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg das Lehrangebot um einen in dieser Form weltweit einmaligen Studiengang erweitert: Seit Oktober 2006 bietet sie einen zweijährigen Master-Studiengang an, der die Möglichkeiten des langfristigen Erhalts von analogen und digitalen Fotografien, Videoaufzeichnungen und digitalem Kulturgut vermittelt. Vorausschauenden und karrierebewussten Studierenden bietet sich damit die Möglichkeit, eine Schlüsselqualifikation für die berufliche Zukunft zu erwerben. Als Bestandserhaltungs-Manager (Preservation Manager) stellen sie in leitender Funktion Weichen für den Erhalt moderner Archiv- und Sammlungsbestände in Archiven, Museen, Bibliotheken, Behörden und Unternehmen. Sie erarbeiten Bestandserhaltungskonzepte, organisieren Projekte und führen sie selbst oder in Kooperation mit Spezialisten durch. So stellen sie sicher, dass Bestände in geeigneter Form dokumentiert, konserviert, restauriert oder rekonstruiert und archiviert werden, damit sie heute, wie auch in einer Zukunft, deren Technologien heute noch nicht absehbar sind, unverfälscht verfügbar sind.

Die hier zusammengestellten Informationen werden laufend ergänzt. Sollten Sie Fragen zum Curriculum, zur Akademie oder zum Studieren und Leben in Stuttgart haben, zögern Sie nicht, sich direkt an Mario Röhrle, Akademischer MItarbeiter im Studiengang, zu wenden.

Lehrangebot

Das Curriculum des Studiengangs ist so strukturiert, dass es einer heterogen zusammengesetzten Studierendenschaft mit unterschiedlichen Vorkenntnissen ermöglicht, Wissensdefizite auszugleichen und vorhandene Stärken bzw. besondere Interessen zu fördern. Alle Fächer werden entsprechend der EU-Vorgaben mit ECTS-Punkten bewertet. Ein Teil der Lehrveranstaltungen soll nach Möglichkeit aus dem regulären Angebot anderer Studiengänge der Akademie oder von Partnereinrichtungen belegt werden können, im Gegenzug soll das Lehrangebot des Masterstudiengangs in Teilen auch Studierenden anderer Studiengänge der Akademie, Partnerhochschulen und Gaststudenten offen stehen. Ein Vorpraktikum wird nicht gefordert.

Die Ausbildung im Studiengang Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information ist in vier Module aufgegliedert:

  • „Konservierung“
  • „Medien“
  • „Informatik“
  • „Begleitwissenschaften“

Das Modul „Medien“ bietet die drei Schwerpunkte „Fotografie“, „Audiovisuelle Medien“ und „Digitale Information“. Von diesen drei möglichen Bereichen im Modul „Medien“ werden von den Studierenden in der Regel zwei als Hauptstudienrichtung gewählt.

Grundsätzlich ist das Studium jedoch so aufgebaut, dass es keine terminlichen Überlappungen zwischen den einzelnen Lehrveranstaltungen gibt und so bei Bedarf alle Angebote besucht werden können.

1.–2. Semester
Im ersten und zweiten Semester liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf der Vermittlung der theoretischen Grundlagen in den einzelnen Modulen. Ergänzt wird die Theorie durch praktische Übungen. Die theoretischen Inhalte werden jedoch auch von Beginn in individuellen oder gemeinschaftlichen Studienprojekten auf Anwendungsfälle aus der Praxis übertragen.

3. Semester
Im dritten Semester folgen zwei jeweils fünfwöchige Konservierungsprojekte. Diese werden in einer Partnerinstitution durchgeführt. In Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institutionen und der Lehrenden des Studiengangs werden dabei konkrete Bestandserhaltungsprojekte entwickelt und umgesetzt.

4. Semester
Das vierte Semester dient ausschließlich der Erstellung der Masterarbeit.

Praktikum
Zwischen dem zweiten und dritten und/oder zwischen dem dritten und vierten Semester ist zudem ein fachbezogenes Praktikum abzuleisten. Der Umfang des Praktikums (oder der Praktika) beträgt insgesamt zwei Monate und soll zur Vorbereitung auf die Masterarbeit dienen.

Bitte beachten: Das Curriculum des Studiengangs KNMDI unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und wird ständig an aktuelle Erfordernisse angepasst. Änderungen sind daher vorbehalten. Die Art, Anzahl und Inhalte der Module und Unterrichtsveranstaltungen können sich ändern. Modulhandbuch (pdf)

ECTS-Credits
120 (30 pro Semester)

Anzahl Studierende
vier bis sechs Studierende pro Jahr

Unterrichtssprache
Deutsch und Englisch. Studierende, deren Muttersprache nicht Englisch ist oder die bisher kein in englischer Sprache unterrichtetes Hochschulstudium abgeschlossen haben, müssen ausreichende englische Sprachkenntnisse nachweisen. Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, müssen über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Ein Sprachzertifikat ist nicht erforderlich, die Prüfung erfolgt im Rahmen des Eignungsgesprächs.

Die Vorlesungsverzeichnisse der Restaurierungsstudiengänge für das laufende und die vorherigen Semester finden Sie auf der Website der ABK Stuttgart unter Studium/Studieren.

Studiendauer und Abschluss

Studiendauer:
Die offizielle Regelstudienzeit beträgt Vier Semester, davon drei Studien- und ein Thesis-Semester.

Akademischer Grad:
Master of Arts (M. A.)

Regularien

Studienordnung (pdf)
Prüfungsordnung
(pdf)

Modulhandbuch (pdf)

Beruf und Studium

Möglicherweise können Sie auch während des Studiums in geringem Umfang weiter erwerbstätig bleiben, da Ihre Präsenz nur während der Vorlesungszeit (Oktober bis Februar und April bis Juli) erforderlich ist. Während der Vorlesungszeit ist eine Erwerbstätigkeit nur bei sehr großer Belastbarkeit und Flexibilität in der Zeiteinteilung möglich, denn die Arbeitsbelastung wird sich durchschnittlich bei ca. 40 Stunden pro Woche bewegen.

Nach dem Studium

Promotion

Bewerben

Zulassungsvorraussetzungen

Mehr unter Bewerbung und Aufnahmeverfahren

Bewerbungstermine

Mehr unter Bewerbung und Aufnahmeverfahren

Studienberatung

Mehr unter Studien-/Mappenberatung

Anfragen können auch an Mario Röhrle, Akademischer Mitarbeiter im Studiengang, gerichtet werden.

International Guest Students

You can find information about studying as visiting student on the website of the Academy.

Arbeitsbereiche

Über die Arbeitsbereiche

Der Begriff des Konservierens impliziert für viele einen Akt des „Haltbarmachens“ – als gäbe es sozusagen ein Wundermittel, in das man sein erhaltenswertes Objekt nur einbetten müsse, um es dem Zahn der Zeit und dem Verfall zu entziehen. Für analoge Objekte, wie klassische Fotografien mag dies in Grenzen sogar zutreffen, wenn man an das Schaffen von optimalen Archivbedingungen mit geeigneten Verpackungen, Kühl- oder gar Kaltlagerung und einen Zugriff über (digitale) Arbeitsmittel denkt. Doch für moderne, maschinenlesbare Dinge, wie Videoaufzeichnungen oder digitale Bilder und Geschäftsvorgänge gelten andere Gesetze. Das einfache Ablegen und vorübergehende Vergessen ist gleichbedeutend mit dem Tod dieser Objekte. Hier besteht das „Wundermittel“ in rechtzeitigem Aktivwerden, dem Schaffen von Strukturen, Arbeitsabläufen, Budgets und Verantwortlichkeiten, einer genauen Dokumentation und ständigen Betreuung des Sammlungsgutes. Das dazu erforderliche Fachwissen ist weit verstreut und für den Einzelnen oft schwer zugänglich. Der Studiengang Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information führt es zusammen.

Das Problem des Erhalts bietet dabei gleichzeitig auch eine immense Chance: Wer sich heute diese Schlüsselqualifikation verschafft, sollte alsbald hervorragende Perspektiven für eine berufliche Zukunft in der Bestandserhaltung haben.

Das Restaurieren, also das Wiederherstellen der ästhetischen oder physischen Integrität bereits geschädigter Objekte, wird dabei von unseren Studierenden nur bei entsprechenden Vorkenntnissen durchgeführt werden können. Diese Arbeiten bleiben ansonsten den dafür in deutlich längeren Studiengängen ausgebildeten Restauratoren vorbehalten, mit denen der Preservation Manager eng zusammenarbeitet.

Fotografie

Fotografien haben eine enorme und vielseitige Bedeutung für die Gesellschaft – ob als Zeitdokument, Kunstwerk, persönliche Erinnerung, Werbe- oder Propagandawerkzeug, als wissenschaftliches Hilfsmittel oder wirtschaftlicher Beleg. Museen, Archive, Bibliotheken, Unternehmen und Privatpersonen bewahren sie daher auf – und müssen doch allzu oft erkennen, dass diese empfindlichen Bilder Schäden erlitten haben. Viele dieser Schäden wären vermeidbar gewesen, hätte man über entsprechendes Fachwissen zur präventiven Konservierung verfügt.

Betroffen sind die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Fotografien, von einzelnen, spektakulär teuren Kunstwerken über mehrere Millionen Bilder in Bildarchiven bis zu neuen Datenbeständen mit digitalen Fotos. Will man die Schwachstellen rechtzeitig erkennen, sind Kenntnisse zur Technologie dieser Fotografien erforderlich, um durch kostengünstige und effektive Maßnahmen ihren langfristigen Erhalt bei gleichzeitig guter Verfügbarkeit zu garantieren.

Ob es um die geeignete Lichtbelastung für Inkjet-Drucke in einer Ausstellung, Klimadaten für ein Archiv mit Glasnegativen oder das Erschließen der Bestände durch Digitalisierung geht – immer wird ein Fachmann benötigt, der plant und koordiniert, Kosten im Auge behält, ggf. Spezialisten gezielt beauftragt und deren Arbeit kompetent beurteilen kann.

Dieser Fachmann ist der Preservation Manager. Er entlastet den Kurator, Archivar oder Bibliothekar nicht nur von fachfremder Arbeit, sondern sorgt durch seine Kompetenz als kundiger Berater, Netzwerker und Organisator dafür, dass uns Fotografien von gestern, heute und morgen noch lange als Zeugnis unserer Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begleiten werden und als bedeutendes Kapital genutzt werden können.

Audiovisuelle Medien

Videoaufzeichnungen haben dem Film schon lange den Rang als bevorzugte Technik für bewegte Bilder abgelaufen. Ob als Medium avantgardistischer Künstler der Fluxus-Zeit, Werkzeug für Filmemacher oder Dokumentationsmittel im öffentlichen und privaten Raum, ob analog auf Magnetband oder digital auf Blu-ray Disc – in jedem Fall hat man es mit einer nur maschinenlesbaren, codierten Information zu tun. Dabei gibt nicht nur die Lebenserwartung dieser Speichermedien Anlass zu Sorge. Verschwindet die Maschine, verschwindet auch das aufgezeichnete Zeitgeschehen… Nur durch rechtzeitiges Dokumentieren und Übertragen der Videos auf neue Träger und in neue Technologien kann man sich dauerhaft vor Verlust schützen. Wer passiv bleibt, verantwortet unweigerlich das Verschwinden seiner Videobestände.

Doch wie dokumentiert man eine Videoaufzeichnung? Was ist die geeignete Technologie für Migrationen? Wie digitalisiert man analoges Video verlustfrei? Ist das vorliegende Material überhaupt erhaltenswert? In welchem Zustand befindet es sich? Welche Kosten sind zu erwarten und wer führt die Arbeiten durch? Fragen, die der Preservation Manager beantworten kann, denn durch seine Ausbildung ist er wie kaum ein anderer in der Lage, den Mitarbeitern und Nutzern von Museen, Archiven und Bibliotheken den Zugang zu Videoaufzeichnungen über sehr lange Zeiträume in möglichst authentischer Qualität zu garantieren.

Digitale Informationen

„Digital information will last forever. Or five years. Whatever comes first…“ (Jeff Rothenberg)

„Digitale Information ist wie ein genetischer Code: Wenn er von Generation zu Generation weitergegeben wird, kann er über sehr lange Zeiten überdauern.“ (Rudolf Gschwind)

Digitale Information ist codiert. Der Code wird durch eine eigene Industrie erzeugt und geschützt. Auch die zum Anzeigen dieser Information erforderlichen Decoder werden durch die Industrie erzeugt und geschützt. Um ihren Fortbestand zu garantieren, muss die Industrie Gewinne erwirtschaften. Das kann sie nur, wenn sie neue Codes und neue Decoder verkauft. Die Lebenserwartung der Codes und Decoder ist damit eine Funktion des Marktes. Das Überleben digitaler Information hängt also von einer ständigen Investition in neue Codes und neue Decoder ab.

Doch neben der Technologie ist der Faktor Mensch beim Erhalt digitaler Information eine entscheidende Größe. Er trifft die Entscheidung, welche Information in welcher Form gesichert wird – und welche Maßnahmen ergriffen werden, bei der unausweichlichen Übertragung von einem Träger auf den nächsten und von einem Format ins nächste die Authentizität der Information zu gewährleisten. Kann die neue Hardware die Information, die für eine alte bestimmt war, noch verstehen? Was ist das angemessene neue Format? Welche Funktionen werden unterstützt? Wie dokumentiert man digitale Objekte im Generationenwandel? Welche Farben sah man auf einem Bildschirm 1998, welche sieht man 2008? Wie werden Websites archiviert? Was ist ein Vertrauenswürdiges Digitales Archiv?

Archivare, Bibliothekare, Kuratoren, aber auch Restauratoren sind als normale User für diese Aufgaben nur selten qualifiziert und sollten anderes zu tun haben, als Bits und Bytes zu verschieben. Informatikern wiederum fehlt häufig der Zugang zur Welt des Kulturerhalts. Gefragt ist also ein Netzwerker, der während seiner Ausbildung gelernt hat, wie Bestandserhaltung, Datenarchivierung und Content Management durch Einbindung von IT-Spezialisten, Wahl der geeigneten Infrastruktur und Akquistition der erforderlichen Mittel erfolgreich verknüpft werden können: Der Preservation Manager.

Studienarbeiten

Abschlussarbeiten und Projekte

Die Abschlussarbeiten und Konservierungsprojekte spiegeln die Vielfalt der Einsatzgebiete künftiger Bestandserhaltungsmanager deutlich wieder.

Die bisher entstanden Abschlussarbeiten beschäftigen sich unter anderem mit

  • der Archivierung von Handy-Videos
  • dem Konservierungskonzept für den fotografischen Nachlass Adolf Lazi
  • der fotografischen Sammlung des Archiv Baumeister
  • der Präsentationsästhetik und -ethik zeitgenössischer Videokunst
  • den ethischen Maximen bei der Restaurierung von Medienkunst
  • der Einrichtung eines Videosichtplatzes und einer Videodigitalisierungstrecke […]
  • 8mm Ewigkeiten – Vom analogen 8mm Schmalfilmformat zur digitalen Kopie
  • der Langzeiterhaltung von 3D-Röntgen-Computertomographien in der Archäologischen Denkmalpflege
  • Empfehlungen für die Langzeiterhaltung digitaler Information im Historischen Archiv der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG mit dem Schwerpunkt auf Datenträger
  • Vorschlägen zur authentischen Archivierung von Websites
  • einer Konzeption des Ingest Prozesses für das digitale Archiv der hessischen Staatsarchive am Beispiel der archivischen Übernahme komplexer digitaler Geodaten […]
  • einer Untersuchung des Multimedia-Konzernarchivs der Daimler AG Stuttgart anhand der Kriterien für »Vertrauenswürdige Archive« unter besonderer Berücksichtigung des OAIS-Referenzmodells […]

Übersicht aller Abschlussarbeiten …

Die Konservierungsprojekte im 3. Semester haben zum Ziel, die Studierende an die praktische Bestandserhaltungsarbeit heranzuführen. Mögliche Partner für diese Projekte finden sich in den Bereichen Museum, Archiv, Bibliotheken und in der Industrie. Die bisher durchgeführten Konservierungsprojekte hatten u.a. folgende Themen:

  • Konzeption einer Datenbank zur Charakterisierung und Identifizierung von digitalen Druckmedien.
  • Neuorganisation und Digitalisierung von ca. 8000 historischen Fotos des historischen Fotoarchivs der Krupp Stahl AG in Essen.
  • Zustandsanalyse der Fotoarchive der Wissenschafts- und Entwicklungsabteilung der Daimler AG, Stuttgart unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Langzeiterhaltung.
  • Vorschläge zur langfristigen Erhaltung analogen Videomaterials im Archiv des MIT Programme in Art, Culture and Technology.
  • Bewertung und Vorbereitung der Digitalisierung der Videosammlung der Archive der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart.
  • Zustandsüberprüfung des Filmarchivs der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg im Haus des Dokumentarfilms Stuttgart.
  • Aufbereitung und Einpflegung von Geodaten einer staatlichen Regierungseinrichtung in das Landesarchiv Baden-Württemberg.
  • Emulation von digitalen dynamischen Objekten; durchgeführt am Lehrstuhl für Kommunikationssysteme am Rechenzentrum und Institut für Informatik an der Technischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.
  • Erstellung eines Leitfadens zur Aufbewahrung, Konservierung und Gliederung der analogen und digitalen Bild- und Datenbestände in einem städtischen Museeum.
  • Studie über die Erzeugung digitaler Bilddaten in den Museen des MusIS-Verbundes (in Zusammenarbeit mit dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württembergs und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg).
  • Analyse, Dokumentation und Erarbeitung eines Konservierungskonzepts des aus 90 Monitoren und diversen elektronischen Komponenten bestehenden Kunstwerks »Two Way Communication« des Künstlers Nam June Paik in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Masterarbeiten

2015

Kristof Efferenn (M.A.). Rekonstruktion des Werkes For the Dead des Fluxus Künstlers Dick Higgins.

Master – thesis abstracts 2015

2014

Michelle S. Carlos (M.A.). Digital Colour Restoration of Applied Colour Silent Era Films: Discussions on the Dilemmas, Practice and Digital Presentation.

Master – thesis abstracts 2014

2013

Johannes Biermann (M.A.). Videosplitter – Funktionsweise und Ersatzmöglichkeiten in Bezug auf Videowalls.

Stephanie Kuch (M.A.). Schöne, Neue Nachrichtenwelt – Archivierung von Nachrichtenseiten an der Deutschen Nationalbibliothek.

Moritz Tewes (M.A.). Qualitätsmanagement mittels Universal Test Target (UTT) – Analyse der Umsetzung eines Qualitätsmanagements zur Bestimmung der Scanqualität von Highend Geräten in einem professionellen Scan-Workflow.

Master – thesis abstracts 2013

2012

Sina Haase (M.A.). Langzeitarchivierung von E-Mails.

Esther Neumann (M.A.). Dokumentation des interaktiven Funktionsumfangs Lynn Hershmans interaktiver Laserdisc Installation „Lorna“, 1979–1984.

Stephanie Oertel (M.A.). Standardisierte Vorgaben für den Ingest von Digitalisaten in ein bibliothekarisches Langzeitarchiv am Bsp. der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main/Leipzig.

Master – thesis abstracts 2012

2011

Karen Lämmle (M.A.). Konservierungskonzept für den fotografischen Nachlass von Adolf Lazi – mit dem Ziel der Veröffentlichung.

Jennifer Willmann (M.A.). Zur Archivierung von Handy-Videos: das Zeitalter der Selbstsendung.

Master – thesis abstracts 2011

2010

Anouk Hammelmann (M.A.). Die Präsentationsästhetik und -ethik zeitgenössischer Videokunst.

Anna Leippe (M.A.). 8mm Ewigkeiten – Vom analogen 8mm Schmalfilmformat zur digitalen Kopie.

Marcella Müller (M.A.). Die Fotografische Sammlung des Archiv Baumeister.

Leila Sayer-Degen (M.A.). Langzeiterhaltung von 3D-Röntgen-Computertomographien in der Archäologischen Denkmalpflege.

Stephan Schuster (M.A.). Empfehlungen für die Langzeiterhaltung digitaler Information im Historischen Archiv der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG mit dem Schwerpunkt auf Datenträger.

Master – thesis abstracts 2010

2009

Niclas Hein (M.A.). Ethische Maxime bei der Restaurierung von Medienkunst.

Claudio Hernandez (M.A.). Konservierung von zeitgenössischer Kunst in Mexico: Evaluierung und Perspektiven mit dem Schwerpunkt auf Medienkunst.

Philipp Klöckner (M.A.). Die Konzeption des Ingest Prozesses für das digitale Archiv der hessischen Staatsarchive am Beispiel der archivischen Übernahme komplexer digitaler Geodaten der hessischen Landesverwaltung.

Arnaud Obermann (M.A.). „Win, Place or Show“ – eine „retrospektive“ Dokumentation.

Klaus Dieter Pöhlmann (M.A.). Untersuchung des Multimedia-Konzernarchivs der Daimler AG Stuttgart anhand der Kriterien für „Vertrauenswürdige Archive“ unter besonderer Berücksichtigung des OAIS-Referenzmodells mit dem Schwerpunkt „Ingest“.

Inga Spiess (M.A.). Analyse der Video-Skulptur Bio-Neural Net [1992] von Nam June Paik unter dem Gesichtspunkt der Langzeiterhaltung.

Master – thesis abstracts 2009

2008

Bernd Kiefer (M.A.). Einrichtung eines Videosichtplatzes und einer Videodigitalisierungstrecke für die Staatsgalerie Stuttgart, unter spezieller Berücksichtigung der spezifischen Anforderung von Kunstwerken.

Mac Kobus (M.A.). Vorschläge zur authentischen Archivierung von Websites.

Master – thesis abstracts 2008

Ausstattung

Räume und Geräte

Forschung

Kooperationen

Der Studiengang pflegt Kontakte zu führenden Einrichtungen und Unternehmen im Bereich der Bestandserhaltung, die im Laufe des Studiums für Projektpartnerschaften, Praktika, Lehre und Erfahrungsaustausch genutzt werden sollten.

Im Rahmen von Lehrveranstaltungen bestehen Kontakte u.a. zu:

Personen

Prof. Johannes Gfeller

Prof. Gfeller Johannes

Prof. Johannes Gfeller

Professor für Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information Kontaktdaten

AM Anna Leippe

 Anna Leippe

Anna Leippe

Akademische Mitarbeiterin in der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung Kontaktdaten

AM Mario Röhrle

 Mario Röhrle

Mario Röhrle

Akademischer Mitarbeiter in der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung Kontaktdaten

Lehrbeauftragte

Durch ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis besteht während des Studiums die Möglichkeit, die grundlegenden technologischen und theoretischen Kenntnisse zu erwerben und diese direkt in anspruchsvollen Projekten umzusetzen. Bereits im Studium wird so Interdisziplinarität, Internationalität und Kommunikationsfähigkeit mit Spezialisten der Fachdisziplinen praktiziert.

Der Studiengang verfügt über ein breites Lehrangebot durch externe Spezialisten aus dem In- und Ausland, welches in zum Teil in Kooperation mit den anderen Restaurierungsstudiengängen der Akademie realisiert wird.

Fachgruppensekretariat

 Susanne Krause

Susanne Krause

Sekretariat der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung Kontaktdaten

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