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Referent: Jens Stenger, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft
1962 schuf Mark Rothko eine Serie von Leinwandgemälden für einen Empfangsraum an der Harvard Universität. Diese Arbeiten, heute bekannt unter dem Namen Harvard Murals, waren 15 Jahre lang extremer Einwirkung von Tageslicht ausgesetzt, der das Pigment Litholrot in Rothkos Farben nicht standhielt. Da diese Ausbleichung nicht mit herkömmlichen Methoden restauriert werden kann, wurde ein neuer Ansatz zur Wiederherstellung der ursprünglichen Farbe mittels Licht eines digitalen Projektors erprobt. Ein Kamera/Projektor-System charakterisiert die Reflektionseigenschaften der bemalten Leinwandoberfläche sowie die Kennlinien des Projektors. Der Vergleich mit einem digitalen Bild der Gemälde im originalen, noch nicht verbleichten Zustand ermöglicht die Berechnung eines Kompensationsbildes, das dann auf die ausgebleichte Leinwand projiziert wird. Durch diesen Augmented-Reality-Ansatz erscheint der Gemäldezyklus in seiner ursprünglichen Farbe, ohne dass materiell etwas geändert wurde.
Ein Vortrag auf Einladung des Instituts für Konservierungswissenschaften

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