Jour Fixe Architektur: „Digital“ mit Architekt Niklas Nalbach
Staatliche Akademie der Bildenden Künste: Campus Weißenhof, Neubau 2, Vortragssaal
Der Jour Fixe der Fachgruppe Architektur der ABK Stuttgart geht in eine neue Runde! Unter dem Titel „Digital“ lotet die Gesprächsreihe mittels dreier Vorträge aktuelle Positionen zu Digitalität in der Architektur aus, besonders im Hinblick auf die Veränderungen durch KI, Robotik und Mixed Reality. Die internationalen Vortragenden berichten aus ihrer Praxis, Forschung und Lehre zu Themen, Methoden und digitalen Produkten. Im Fokus stehen sowohl ein experimenteller Umgang mit digitalen Formaten in der Architektur, die gewohnte Praxen herausfordern und radikal verändern, als auch ein kritischer Blick auf Zugang und Verhältnismäßigkeit digitaler Anwendungen vor dem Hintergrund der sozialen und ökologischen Krisen unserer Zeit.
Zusätzlich zu den drei geplanten Vorträgen ist am 28. Oktober 2025 Niklas Nalbach, Architekt und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Stadt und Wohnen am KIT, zu Gast. Ergänzend zu seinem Vortrag über die Initative „HouseEurope!“ gibt es ein Film Screening mit anschließender Diskussion.
„HouseEurope!“ ist eine europäische Bürgerinitiative mit dem Ziel die Sanierung von Gebäuden zu fördern und deren Abriss für spekulative Neubauten zu verhindern. Die Initiative fordert neue EU weite Gesetze, um ökonomische Anreize zu schaffen und Renovierung und Umbau zur neuen Norm zu machen. Dafür müssen 1 Million Stimmen aus mindestens 7 verschiedenen EU Ländern gesammelt werden. Das Ziel besteht darin, Häuser und Gemeinschaften zu erhalten, eine gerechtere und lokalere Bauwirtschaft zu schaffen, Energie und Ressourcen zu sparen und Erinnerungen unserer Baukultur zu bewahren. Denn der Abriss bestehender Gebäude ist genauso überholt wie Lebensmittelverschwendung, Tierversuche, Fast Fashion und Einwegplastik. Um diese Ziele zu erreichen, fordert HouseEurope! ein Recht auf Wiederverwendung für bestehende Gebäude, das sich auf drei Säulen stützt: I) Steuerermäßigungen für Renovierungsarbeiten und wiederverwendete Materialien, II) faire Regeln für die Begutachtung der Risiken und Potenziale bestehender Gebäude und III) neue Werte für das in Bestandsgebäuden gebundene CO2.
Niklas Nalbach ist selbstständiger Architekt und lebt in Basel. Er absolvierte sein Architekturstudium an der Universität Innsbruck mit den Schwerpunkten experimentelle Architektur und gemeinschaftlichem Zusammenleben. 2013 gründete er das Architekturkollektiv Krater Fajan mit dem er zahlreiche Projekte wie der Kunst und Architekturschule Bilding, dem Stadtteilzentrum Blume oder die Ausstellung „Viel Tam Tam um nichts“ in Innsbruck realisierte. Nach seinem Studium arbeitete er 4 Jahre bei Herzog & de Meuron. Er war unter anderem der verantwortliche Architekt für den neuen Hauptsitz aus Holz der Christoph Merian Stiftung, der mit dem Preis „Gutes Bauen Basel 2023“ ausgezeichnet wurde. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Stadt und Wohnen von Prof. Christian Inderbitzin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und schreibt als freier Redakteur für das schweizerische Architekturmagazin Hochparterre. Außerdem arbeitet er mit seinem Atelier in verschiedenen Konstellation an Projekten in der Schweiz und Deutschland.