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Hyein Kim aus der Klasse von Prof. Reto Boller (Malerei) wurde mit dem HEUSSEN Perspectives Young Artist Prize für Nachwuchs-Künstler*innen ausgezeichnet.

Der Preis wird in Kooperation mit HEUSSEN Law im Rahmen der POSITIONS Berlin Art Fair vergeben und zeichnet drei junge Künstler*innen aus dem Programm der Academy POSITIONS aus. Die Preisträger*innen erhalten die Möglichkeit, ihre Werke in den repräsentativen Räumen der Kanzleien auszustellen.

Hyein Kim begann ihr Studium der Bildenden Kunst 2018 in der Klasse für Allgemeine Künstlerische Bildung bei Prof. Volker Lehnert. Anschließend wechselte sie in die Klasse von Prof. Reto Boller, war zudem Gaststudentin bei Prof. Dr. Katrin Ströbel (Freie Grafik) und studierte 2022–2023 Zeichnung an der Weissensee Kunsthochschule Berlin bei Prof. Pia Linz. 2025 schloss sie ihr Studium an der ABK Stuttgart mit dem Diplom ab.

2021 wurde sie mit einem Stipendium des Stuttgarter Studentenwerks e.V. zur Förderung eines Kunstprojekts unterstützt. Zudem erhielt sie das Förderstipendium „Kunst trotz Abstand“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Kooperation mit dem BARAC Kunsthaus in Mannheim.

In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sich Hyein Kim mit Emotionen, die in der Gesellschaft häufig als negativ bewertet werden, wie beispielsweise Eifersucht, Angst, Melancholie oder Begierde. Für Kim sind diese Empfindungen jedoch keine Defizite, sondern zutiefst menschliche, natürliche Instinkte. Auf dieser Grundlage verwandelt sie in ihren Gemälden Menschen in tierähnliche Figuren, die eine Mischform zwischen Mensch und Tier verkörpern. Die Serie reflektiert Themen wie gesellschaftliche Konkurrenz, materielle Begierde und existentielle Unsicherheit. In neueren Arbeiten wie „Victory of Lays“ zeigt sich eine Weiterentwicklung: eine Befreiung von diesen Emotionen und eine neue Ebene innerer Reife.

Seit 2019 arbeitet Kim zudem mit keramischen Materialien. Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Frage, wie ein Objekt, das seine Funktion verloren hat, als autonomes künstlerisches Wesen bestehen kann. Mittlerweile erweitert sie ihr Materialrepertoire über Keramik hinaus auf Polyester und Glasfaser und schafft objekthafte Installationen in möbelähnlichen Formen. Diese Arbeiten reflektieren Möbel als Träger menschlicher Erinnerung – als materielle Stellvertreter der emotionalen Spuren, die durch körperliche Berührung und alltägliche Nutzung entstehen. Die darauf gezeichneten Linien (Zeichnungen) lassen sich als Erinnerungsbilder jener Menschen lesen, die mit den Objekten in Beziehung standen.

Ihre Arbeiten waren bereits in mehreren Gruppenausstellungen zu sehen – zuletzt in „A–Z. Mapping the Future“ in der  Staatsgalerie Stuttgart sowie in „The Vertigo of Appearing“ in der Galerie Brispa in Madrid, Spanien. Für 2026 sind zwei bedeutende Ausstellungen geplant: die Gruppenausstellung „Versprochen“ in der Galerie der Stadt Backnang sowie ihre erste Einzelausstellung in der Städtischen Galerie am Laien in Ditzingen. Darüber hinaus ist im Herbst 2026 eine gemeinsame Ausstellung der diesjährigen HEUSSEN-Preisträger*innen in den Berliner Räumen der Kanzlei HEUSSEN geplant.

Nach Fabian Penzkofer ist Hyein Kim bereits die zweite Studentin aus der Klasse von Prof. Reto Boller, die in diesem noch jungen Wettbewerb erfolgreich war.