„Was sich nicht erinnert”: Eine Ausstellung der ABK-Alumna Julia Scholl
Galerie Kernweine, Cottastraße 4–6, 70178 Stuttgart
Eröffnung: Freitag, 27. Februar 2026, 19 Uhr
Laufzeit: 28.02.–03.05.2026
Öffnungszeiten: Di–Do 17–24 Uhr, Fr und Sa 17–01 Uhr
Erinnerung ist kein fester Boden, auf dem wir stehen. Sie ist ein fragiles Gewebe aus Sichtbarem und Verborgenem, aus Erzähltem und Verschwiegenem. In dieser Ausstellung begibt sich die Künstlerin Julia Scholl, Alumna des Studiengangs Bildende Kunst der ABK Stuttgart, auf eine poetische Archäologie ihrer Familiengeschichte und berührt dabei universelle Fragen nach Erinnerung, Identität, Verlust und transgenerationalem Trauma.
Im Zentrum der Arbeit steht die Beziehung der Künstlerin zu ihrer Großmutter. Geboren in Bessarabien, wurde sie 1940 im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts umgesiedelt. Es folgte eine kaum erzählte Zwischenzeit in Polen, bevor die Flucht vor der Roten Armee 1945 die Familie nach Süddeutschland führte. Erst nach dem Tod der Großmutter, beim Nachforschen in Fotoalben und Archiven, offenbarten sich die Leerstellen.
Diese Lücken in der Erzählung werden zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Untersuchung, die weniger nach Antworten sucht, als den Raum des Nicht-Wissens erkundet. Scholl verwebt Fotografien aus drei Generationen zu einer vielschichtigen visuellen Erzählung zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung.
Kuration: Lilli Roser