Dr. Daniel Koehler übernimmt Professurvertretung in der Klasse für Architektur und Digitales Entwerfen
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Mit Dr. Daniel Koehler gibt es im Sommersemester 2026 eine weitere Professurvertretung an der ABK Stuttgart. Er wird für ein Semester die Klasse für Architektur und Digitales Entwerfen in der Fachgruppe Architektur leiten.
Dr. Daniel Koehler ist Architekt, Forscher und Hochschullehrer mit Schwerpunkt auf computergestützter Entwurfsmethodik, generativer Künstlicher Intelligenz und architektonischer Typologie.
Er promovierte 2015 an der Universität Innsbruck mit einer Arbeit zu Teil-Ganzes-Beziehungen im urbanen Entwurf, die 2016 unter dem Titel „The Mereological City“ (transcript / Columbia University Press) erschien und als wichtiger Referenzpunkt der Mereologie in der Architektur gilt. Forschungs- und Lehraufenthalte führten ihn u. a. an die Universität Innsbruck, die Bartlett School of Architecture (UCL) und an die University of Texas at Austin, wo er heute als Professor of Architecture Computation tätig ist. Parallel dazu leitet er das Lab for Environmental Design Strategies (lab-eds), eine Forschungspraxis mit Standorten in Austin, Innsbruck und Shenzhen, die an der Schnittstelle von generativem Entwurf und digitaler Fabrikation arbeitet.
Sein zweites Buch „Compositional Intelligence: Architectural Typology through Generative AI“ (Routledge, 2025) positioniert generative KI als Entwurfspartner. 2025 wurde seine Forschung zu generativen Materialien mit dem ACADIA Vanguard Award ausgezeichnet. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u. a. im Centre Pompidou und auf der Architekturbiennale in Venedig. Koehler ist Vorstandsmitglied der ACADIA (Association for Computer Aided Design in Architecture) und Editor des „International Journal of Architectural Computing“ (IJAC).
In seiner Lehre wird KI als synthetisches Gegenüber im Entwurfsprozess verstanden, das Material, Tektonik und Typologie zusammendenkt. Im Studio „Modelling Models“ entwickeln Studierende neue Baumaterialien aus urbanen Reststoffen, verarbeiten diese in den Werkstätten der ABK und überführen sie in generative Artefakte – Modelle, die modellieren. Mit künstlerisch-kritischem Blick untersuchen sie, was in den Artefakten bereits angelegt ist: räumliche Potenziale, Eingriffe in Materialketten, Konstruktionslogiken, Gebäudetypen und Narrative. Im Zentrum steht eine Architektur des Synthetischen, die das, was vorhanden ist, mit dem, was generativ möglich wird, in architektonische Form bringt.