Schwebe, Ruben Rinella
Inhalt
Der Begriff „Schwebe“ beschreibt einen Zustand des schwebenden Gleichgewichts, der Offenheit und Unentschiedenheit. Zugleich kann er als Aufforderung verstanden werden, sich nicht festzulegen und in Bewegung zu bleiben. Im Zentrum meiner Arbeit steht die Figur als Wesen zwischen verschiedenen Zuständen.
Diese Idee übertrage ich auf die Zeichnung. Mit Bleistift und Tuschestift zeichne ich auf zwei Bögen Transparentpapier, deren Ebenen sich überlagern und optisch durchdringen. Durch das transparente Material entsteht ein Wechselspiel von Vorder- und Rückseite, von Sichtbarkeit und Verborgenem. Die Zeichnungen treten miteinander in Beziehung und bilden neue Formen, die zugleich eins und zwei sind.
Die geisterhaften Figuren erscheinen als getrennte Körper und verschmelzen zugleich zu einer gemeinsamen Form. Zwischen Leere und Substanz, Linie und Volumen, Auflösung und Verdichtung entsteht ein Spannungsfeld, in dem Gegensätze nicht eindeutig voneinander getrennt werden können, sondern sich gleichzeitig entfalten. Die Figuren befinden sich damit nicht in einem festen Zustand, sondern in einem fortlaufenden, ausgeglichenen Dazwischen – in der Schwebe.
Übergeordnetes Projekt: Bachelor-Thema Geisterjagd