Der Kratzer im Fenster ist ein Riss im Himmel, Swea Kittel
Inhalt
Die Diplomarbeit Der Kratzer im Fenster ist ein Riss im Himmel untersucht die Fragilität unserer Wahrnehmung und die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Zustände. Ausgangspunkt ist das Motiv des Träumens — insbesondere des luziden Traums –, in dem Realität und Imagination, Kontrolle und Kontrollverlust untrennbar miteinander verwoben sind. Diese Ambivalenz überträgt sich auf die Bildwelten der Malereien und Cyanotypien, die sich einer eindeutigen Lesart entziehen.
Im Mittelpunkt steht der Mensch als Figur innerhalb einer ambivalenten Gegenwart. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Geborgenheit und Unbehagen, Hoffnung und Unsicherheit, Schutz und Verletzlichkeit. Durch die Überlagerung verschiedener Ebenen, Materialien und Perspektiven entstehen offene Bildräume, in denen mehrere Bedeutungen gleichzeitig bestehen können.
Malerei und Cyanotypie ergänzen sich dabei als eigenständige Medien. In den vielschichtigen, lasierenden Malereien entstehen farbintensive Räume zwischen Sichtbarkeit und Auflösung. Die Cyanotypie erweitert diese Bildwelt durch einen experimentellen Prozess, in dem Licht, Material und Zufall das Bild entscheidend mitformen.
Der titelgebende Riss wird zum Sinnbild für die Durchlässigkeit zwischen innerer und äußerer Welt und verweist auf die Fragilität scheinbar sicherer Wirklichkeiten.
Ausgestellt in der Staatsgalerie Stuttgart („A-Z Mapping the Future II“) und im Kunstbezirk Stuttgart.