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Die ABK Stuttgart hat zum Wintersemester 2026/27 die Professur für Industrial Design mit Prof. Chris Kabel besetzt.

Der niederländische Produktdesigner verbindet eine analytische, experimentelle Arbeitsweise mit einer Faszination für Materialien und Naturphänomene. Bei der Gestaltung von Designobjekten, Möbeln und architektonischen Elementen stehen für ihn die spezifischen Eigenschaften der Materialien und der jeweilige Kontext im Mittelpunkt. Statt kurzfristigen Trends zu folgen, sucht er nach eigenständigen Antworten, in denen genaue Beobachtung und Analyse auf eine intuitive, poetische Formensprache treffen.

Chris Kabel studierte an der Technischen Universität Delft und der Design Academy Eindhoven. 2001 gründete er in Rotterdam sein Studio Chris Kabel, von dem aus er seither internationale Projekte für Designlabels, Galerien, Museen und Wohnungsbauunternehmen realisiert. Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Stedelijk Museum Amsterdam und des Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam. Im Forschungsprojekt „Recomposed Bamboo“ (2016–2020) erkundete er gemeinsam mit der chinesischen Bambusindustrie neue Möglichkeiten der Verarbeitung und Gestaltung von Bambus. Das Projekt war für den New Material Award nominiert; aus den Forschungsergebnissen entstand unter anderem die Bambusleiter „Nodes“ für die Galerie kreo in Paris.

Seit vielen Jahren ist Kabel auch in der Lehre tätig: Von 2005 bis 2009 unterrichtete er im Masterstudiengang Contextual Design an der Design Academy Eindhoven, von 2009 bis 2018 im Bachelorstudiengang Produktdesign an der École cantonale d’art de Lausanne (ECAL). Von 2018 bis 2025 war er Professor für Produktdesign an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Bis zu seinem Ruf an die ABK Stuttgart lehrte er im Masterstudiengang Produktdesign an der ECAL.

In seiner Lehre versteht Kabel Design als offenen Forschungs- und Gestaltungsprozess. Ausgangspunkt sind die experimentelle Untersuchung von Materialien, kritische Reflexion und die Entwicklung eigener Konzepte. Diese setzen die Studierenden mit handwerklichen, industriellen und digitalen Fertigungsmethoden um, aber auch in Ausstellungen, Publikationen, Installationen oder dokumentarischen Formaten. Um die Komplexität eines Themas zu erschließen, kommen zudem Methoden wie investigativer Journalismus, Design-Fiction oder Reenactment zum Einsatz. So sollen Studierende ihre eigene gestalterische Haltung entwickeln, begründen und vermitteln können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den sozialen, ökologischen und ethischen Dimensionen von Design. Studierende sollen bestehende Produktionsweisen kritisch befragen, alternative Materialien und Fertigungsmethoden erproben und nachhaltigere Zukunftsperspektiven entwickeln.

An der ABK Stuttgart möchte Kabel die Werkstätten nutzen und gemeinsame Projekte mit anderen Fachgruppen anstoßen. Kooperationen mit Partner*innen aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft sollen neue Fragestellungen eröffnen. Ziel ist es, Studierende darin zu stärken, selbstständig zu forschen, experimentell zu gestalten und verantwortungsbewusst auf eine sich wandelnde Designpraxis zu reagieren.

www.chriskabel.com