„Fantasies of “the Other” – Exotisierende Architektur in Stuttgart vom 19. Jahrhundert bis heute”: Studierende der Architektur stellen aus
Architekturgalerie am Weißenhof, Am Weißenhof 30, 70191 Stuttgart
Eröffnung: Mittwoch, 25. Februar 2026, 19 Uhr in Neubau 2, Vortragssaal
mit einer Einführung in die Ausstellung durch die Kurator*innen
Laufzeit: 26.02.–26.04.2026
Öffnungszeiten: Di–Fr 14–18 Uhr, Sa + So + Feiertage 12–18 Uhr
Die Studierenden des Seminars „DECONSTRUCTING EXOTICISM IN STUTTGART – Curating an Exhibition at the Architekturgalerie am Weißenhof”, geleitet von AM Mila Kostović (Architektur- und Designgeschichte / Architekturtheorie), präsentieren ihre Ergebnisse.
Im Europa des 19. Jahrhunderts verstärkte die koloniale Expansion den Drang, in die weite Welt aufzubrechen. Reisen und Berichte über ferne Länder erzeugten märchenhafte, verführerische und gleichzeitig hierarchisierend rassistische und sexistische Fantasien, die sich in der Raumgestaltung materialisierten.
Auch in Stuttgart ist das Exotische bis heute im Stadtbild eingeschrieben – mal chinesisch oder indisch, afrikanisch oder orientalisch. Die Wilhelma, das Lindenmuseum, der Chinesische Garten, aber auch Fahrgeschäfte auf dem Cannstatter Wasen oder das Tipi im Winterdorf wirken inzwischen so vertraut, dass ihre kolonialen Ursprünge verschleiert bleiben. An anderer Stelle wurde die ideologische Problematik überbaut, sodass das orientalische Büchsenbad, Nills Tiergarten oder die Völkerschau aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind.
Die Ausstellung macht Exotismus in Stuttgart ausfindig und kontextualisiert ihn in seiner städtebaulichen und architektonischen Relevanz. Die Dekonstruktion seiner architektonischen Merkmale und Bedeutungsursprünge lädt dazu ein, den Einfluss des historischen und zeitgenössischen Exotismus auf etablierte Wahrnehmungsmuster kritisch zu hinterfragen. Die Illusion des “Anderen“ soll als eine in Europa geschaffene und fortwirkende Fantasie entschleiert werden.
In 19th-century Europe, colonial expansion intensified the urge to set off into the wide world. Travel and reports about distant lands gave rise to fairy-tale-like, seductive and simultaneously hierarchical racist and sexist fantasies that materialised in architectural design.
In Stuttgart, too, exoticism remains inscribed in the cityscape – whether Chinese or Indian, African or Oriental. The Wilhelma, the Lindenmuseum, the Chinese Garden, but also amusement rides at the Cannstatter Wasen or the tipi in the Winterdorf now seem so familiar that their colonial origins are obscured. Elsewhere, the ideological problems have been overbuilt, causing the oriental Büchsenbad, Nills Tiergarten and the Völkerschau to disappear from collective memory.
The exhibition traces exoticism in Stuttgart and contextualises it in its urban and architectural relevance. The deconstruction of its architectural features and original meanings invites us to critically question the influence of historical and contemporary exoticism on established perception patterns. The illusion of ‘“the Other” is to be unveiled as a fantasy created and continued in Europe.
Kuration: Agata Wolbert, Aleksandar Kuzmanov, Ismael Rittmann, Jalma Fiolka, Jonathan Dawit, Justus Büttner, Mathilde Le Monnier, María Fernanda López Galindo, Marie Falkenhan, Nina Ludwig, Xia Hua, Yassmina Makhlouf und Mila Kostović
Der Eintritt ist frei.