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Kin [kɪn] wird oft mit „Verwandtschaft“ übersetzt, doch meint es tatsächlich mehr als reine biologische Abstammung. Körper und Kollektive setzen sich in artenübergreifenden Verwicklungen und Verstrickungen des miteinander Lebens und Spielens zusammen. Der aktive Prozess des gemeinsamen Werdens befähigt neue Arten des Überlebens auf einer beschädigten Erde. Ein Überleben aufgrund einer kollektiven Verantwortung.

Mit der Jour-Fixe-Reihe der Fachgruppe Architektur im Wintersemester 2021/22 erheben wir die Stimme für neue Formen des Sich-Verwandt-Machens. Wir möchten diskutieren, wie Menschen und Nicht-Menschen – die Crew auf diesem Raumschiff, das sich Erde nennt – zusammenleben und koexistieren können. Welche Position nimmt dabei die Architektur als körperräumliches Medium ein? Wie müssen Architekt*innen ihren Auftrag interpretieren, um mehr als nur menschlichen Bedürfnissen gerecht zu werden? In der Gestaltung kollektiver Lebensräume steuern wir arten- und disziplinübergreifend auf eine gemeinsame Zukunft zu.

Den Auftakt unserer Trilogie bildet Christian Hiller am 14. Dezember 2021, 19 Uhr mit seinem Vortrag „Ein Manifest für Solidarität von Tieren und Menschen im Stadtraum – Cohabitation“. Menschen konnten sich nur in interaktiven und kooperativen Beziehungen zu anderen Spezies entwickeln. Daher waren Städte immer auch Habitate für nicht-menschliche Lebewesen. Das Projekt Cohabitation verfolgt das Ziel, nicht-menschliche Spezies als Stadtakteure anzuerkennen und daraus neue Ansätze für Gestaltungspraxis und Raumproduktion abzuleiten. Bei diesem Perspektivwechsel geht es neben urbanistischen auch um zentrale politische Fragen. Mensch-Tier-Verhältnisse neu zu denken bedeutet daher auch, die Beziehung zwischen Tierrechten, Rassismus, Klassen- und Geschlechterverhältnissen in den Blick zu nehmen. Anhand künstlerischer Arbeiten, Case Studies und Gestaltungsexperimenten führt Christian Hiller durch das Ausstellungs-, Forschungs- und Veranstaltungsprojekt.

Online
via Livestream auf dem YouTube-Kanal des Jour Fixe: Jour Fixe ABK oder
via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/85767765193?pwd=aUZOd3pWZlpOaDY5YkRMZjVaTUVKdz09 
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Christian Hiller ist Medienwissenschaftler, Kurator und Redakteur beim ARCH+. Er studierte Film- und Medienwissenschaften in Bochum, Barcelona und New York. Er hat an interdisziplinären Ausstellungs- und Forschungsprojekten wie Talking Cities, Shrinking Cities, Updating Germany, transmediale, Klimakapseln, Kunst als Forschung, Salon Kunst + Wissenschaft und Urbane Interventionen mitgearbeitet. Für die Stiftung Bauhaus Dessau co-kuratierte er die internationalen Wanderausstellungen bauhaus.film sowie Mensch-Raum-Maschine und gab mehrere Begleitpublikationen mitheraus. Von 2014 bis 2016 arbeitete er als Co-Kurator am Haus der Kulturen der Welt, Berlin, u. a. für das Projekt Wohnungsfrage. Zuletzt war Christian Hiller Mitglied der Kuratorenteams von projekt bauhaus, Zwischen Räumen, bauhaus imaginista und Edit Film Culture! Aktuell ist er Teil der kuratorischen Teams von An Atlas of Commoning, Contested Modernities und Cohabitation. Er hat über Architektur, Urbanismus, Design, Kunst, Film, Performance und Medien gelehrt und publiziert. Bei ARCH+ arbeitet er seit 2016 als Redakteur und Leiter der Forschungs- und Ausstellungsprojekte.

Weitere Termine:

21.12.2021, 19 Uhr
Prof. Dr. Thomas E. Hauck und Prof. Dr. Wolfgang W. Weisser, Animal Aided Design

18.01.2022, 19 Uhr
Studio Ossidiana

Team und Organisation: Anne-Catherine Greiner, Fabian Klein und Simon Ruof, Prof.in i.V. Dr.-Ing. Sandra Meireis, Prof. Mark Blaschitz, AM Claudia Nitsche und AM Sabrina Münzer

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