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Eröffnung: Freitag, 27. Februar 2026, 20 Uhr
Begrüßung: Erster Bürgermeister Stefan Setzer
Einführung: Reto Boller, Martin Schick
Laufzeit: 28.02.–26.04.2026
Öffnungszeiten: Di–Fr 16–19 Uhr, Sa 11–18 Uhr, So 14–18 Uhr

“versprochen” klingt verpflichtend. Eine in die Zukunft gerichtete Erwartungshaltung wird geweckt. “versprochen” kann zudem auch auf ein Stolpern im Redefluss hindeuten: Verhaspeln aus Nervosität, aus Mangel an Konzentration oder aufgrund einer Erwartungshaltung – wo auch immer diese herkommen mag. Genüge ich? Kann ich dem Druck standhalten? Bleibt der Umgang mit dem Druck konstruktiv oder bedeutet er eine Überforderung? Womöglich sucht man ein Leben lang einen richtigen Umgang mit diesen Fragen. Der Druck im gesellschaftlichen und politischen Dampfkessel wird kontinuierlich erhöht; die Ventile Vermögen einen kontrollierten Ausgleich kaum mehr zu bewältigen.

Ein Kunststudium soll so viel Freiraum wie nur möglich bieten: sich umsehen, umhören, aufnehmen, austauschen, probieren, behaupten, streiten, verwerfen, scheitern – und weitermachen. Es gehört dazu. Und: auch hier entsteht Druck. Es gibt die Prüfungen, die sozialen Herausforderungen, Gerangel um Plätze, Erfolg und Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Es ist ausschließlich konstruktiver Druck erlaubt. Daran arbeiten wir, dahin soll die Energie fließen, darin wollen wir immer besser werden.

So wird auch unsere Arbeit immer besser. Orientierung in der Kunst muss man sich bereits im Studium selber verschaffen. Angesichts einer weltlichen Gemengelage, die unübersichtlicher nicht sein könnte, hätte eine Art Kompass in der eigenen künstlerischen Haltung etwas Beruhigendes. Das zu erreichen ist nicht unmöglich. Nicht zu empfehlen ist, sich durch missionarische Kräfte vereinnahmen zu lassen, eine inhaltliche moralische Überlegenheit anzustreben zu Lasten einer Erfahrung durch Kunst oder das Werk als Illustration einer Idee einzusetzen.

Auch eine Klassenausstellung erzeugt Druck. Die jüngsten Studierenden sind erst vor kurzem aus der Grundklasse in die Fachklasse gewechselt. Zwei unter uns haben ihr Studium gerade abgeschlossen; die Jungen profitieren von der Erfahrung der Älteren, die Älteren lernen von deren Fragen.

Diese Ausstellung ist “the best of…” und alle sind dabei. Ein Kriterium ist, in der Klasse eingeschrieben zu sein, ein anderes, sich ernsthaft mit Kunst befassen zu wollen. Ungebändigte und überraschende Werke werden zu erwarten sein. Versprochen.

Es stellen aus:
Lukas Beyer, Reto Boller, Noah Boucard, Ahyun Cho, Paul Cortot, Leandro Cultraro, Ella Dümpelfeld, Julia Hammerbacher, Maki Ic, Anna Joos, Eunjeong Kim, Hyein Kim, Jim Kunze, Paulina Lange, Elisa Lohmüller, Jakob Mayer, Daniel Mijic, Janosch Müller, Jihye Ryu, Jonna Saranka, Jule Schermann, Tessa Schmidt, Manu Sudermann, Tejzt, Pia Treiber, Philipp Wild, Luis Zirkelbach

Performance-Tag
Mittwoch, 15. April 2026, 17 Uhr
Performances von Julia Hammerbacher, Jim Kunze, Elisa Lohmüller, Luis Zirkelbach und dem „Thekla-Carola-Wied-Trio“

Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung der Landesbank Baden-Württemberg, dem Verein der Freunde der Akademie Stuttgart e. V. und Ritter Sport.

Weitere Infos unter galerie-der-stadt-backnang.de

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