Vortrag von Prof. Dr. Daniel Martin Feige: „Geist und künstliche Intelligenz. Warum eine KI nicht denken kann“
Institut für KI und demokratische Transformation (IfKI), Palmaille 96, 22767 Hamburg
Die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz werfen philosophische Fragen auf. Wenn wissenschaftliche und literarische Texte, Musikstücke und Bilder nicht allein durch Menschenhand, sondern auch mit Hilfe von KI erzeugt werden können, drängt sich der Gedanke auf, dass wir einer KI rudimentäre oder sogar weitreichende geistige Fähigkeiten zuschreiben müssen.
Der Vortrag von Prof. Dr. Daniel Martin Feige, Professor für Philosophie und Ästhetik an der ABK Stuttgart, zeigt, dass es sich hier um einen Fehlschluss handelt. Auf der Grundlage von Überlegungen, die sich an einer Bestimmung des Begriffs des Denkens orientieren, lässt sich zeigen, dass wir einer KI nicht die Fähigkeit des Denkens zuschreiben können.
Begriffe wie ,Denken‘ auf Künstliche Intelligenz anzuwenden entdeckt – so die weitergehende These – nicht Geist an Orten, wo wir ihn vormals nicht vermutet haben. Vielmehr bauen wir durch solche Zuschreibungen den Begriff unserer selbst als freier, vernünftiger und selbstbewusster Akteure um – ein Umbau, der Ausdruck einer gleichermaßen technologischen wie politischen Bedrohung unserer deliberativen Fähigkeiten ist.
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