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Am Donnerstag, 4. Dezember 2025 wurde Prof. Dr. h.c. Patrick Thomas, seit 2013 Professor für Kommunikationsdesign an der ABK Stuttgart, vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit dem Landeslehrpreis 2025 für Kunst- und Musikhochschulen ausgezeichnet. Der Preis wurde von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski im Weißen Saal des Neuen Schlosses Stuttgart verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Patrick Thomas erhält die Auszeichnung für die besonderen Qualitäten seiner Lehre, in der er auf überzeugende Weise eine Brücke zwischen künstlerischer Praxis, gestalterischer Verantwortung und nachhaltiger Entwicklung schlägt. Wie dieser Brückenschlag gelingt, zeigt seine Arbeit der vergangenen zwölf Jahre an der ABK Stuttgart: Patrick Thomas hat eine Lehrkultur etabliert, die forschend, kollaborativ und praxisorientiert ausgerichtet ist. Seine Seminare und Projektmodule funktionieren als „offene Ateliers“, in denen Studierende experimentelle Entwurfsprozesse unmittelbar erproben. Flipped-Classroom-ähnliche Formate wie „Visual Activism“, vorbereitende Micro-Lectures internationaler Gäste und Hands-on-Workshops in der Siebdruck-Werkstatt greifen dabei eng ineinander. Studierende betonen besonders den „Laborcharakter“ und die „ansteckende gestalterische Energie“ seiner Lehrveranstaltungen.

Ein zentrales Anliegen von Patrick Thomas ist der Austausch innerhalb der Hochschule und darüber hinaus. Während des COVID-19-Lockdowns initiierte er die Plattform „Open Collab“, um Remote-Zusammenarbeit zwischen Kreativen – insbesondere Studierenden mit Interesse an visueller Kommunikation – zu ermöglichen. Seit ihrem Start fanden mehr als 70 Sitzungen statt, die Bildungseinrichtungen weltweit miteinander vernetzten.

Inhaltlich wird diese kollaborative Lehrkultur von der Frage getragen, wie aktuelle gesellschaftliche Themen – Klimawandel, soziale Teilhabe, kulturelle Vielfalt – gestalterisch adressiert und in Bildungskontexte übertragen werden können. Einen vorläufigen Höhepunkt bildet der von Patrick Thomas initiierte, jährlich stattfindende „AKA Earth Day“. Bei der Premiere im April 2024 vereinten mehr als 85 studentisch geleitete „Eco-Actions“ Angehörige aller Studiengänge. Die Projekte reichten von Kleidertauschaktionen über Symposien bis hin zu Zero-Waste-Installationen und Low-Tech-Plakatwänden. Zu den Höhepunkten der Ausgabe 2026 zählt die Reproduktion des Kunstwerks „EARTH PIECE: Listen to the sound of the earth turning“ von Yoko Ono – mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.

Sein jüngstes Projekt geht noch einen Schritt weiter: Aufbauend auf dem „AKA Earth Day“ entwickelt Thomas die Plattform earthday.art, die einen internationalen Raum für Kunst- und Designstudierende sowie Pädagog*innen schafft, um Wissen zu teilen und gemeinsam an nachhaltigen Initiativen zu arbeiten. Parallel dazu baut er ein breites Netzwerk von Hochschulkooperationen in Baden-Württemberg, Deutschland und weltweit auf. Das Preisgeld des Landeslehrpreises soll vorrangig in die Weiterentwicklung dieser Online-Community fließen.

„Motivation – Innovation – Engagement“: Unter diesem Motto verlieh Wissenschaftsministerin Petra Olschowski den Landeslehrpreis und den Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement 2025. „Gute Lehre, bei der man Motivation, Innovation und Engagement spürt, bringt Lehrende und Studierende gleichermaßen voran und trägt maßgeblich zum Studienerfolg bei“, so Olschowski. Der Landesregierung sei die Qualität der Lehre ein zentrales Anliegen: „Wir gestalten damit nicht nur Berufe oder Bildungswege – wir gestalten unsere Gesellschaft.“

Mit dem Landeslehrpreis würdigt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg herausragende Lehrende und Projekte an den Hochschulen des Landes. Der Preis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Landesforschungspreis vergeben.