Stefanie Fleischhauer mit Preis der Werner-Pokorny-Stiftung ausgezeichnet
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Am gestrigen Abend wurde Stefanie Fleischhauer für ihre herausragende künstlerische Leistung mit dem Preis der Werner-Pokorny-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird seit 2015 zur Förderung von Absolvent*innen der ABK Stuttgart vergeben. Gestiftet wurde er von Werner Pokorny, der von 1998 bis 2013 als Professor für Allgemeine Künstlerische Bildung mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Akademie lehrte.
Stefanie Fleischhauer (*1997 in Pforzheim) studierte von 2017 bis 2024 Bildende Kunst an der ABK Stuttgart in der Grundklasse von Prof. Volker Lehnert sowie in der Klasse für Malerei und Zeichnung bei Prof. Cordula Güdemann und Prof. Katrin Plavčak. Seit 2024 ist sie Meisterschülerin im postgradualen Weißenhof-Programm der Bildenden Kunst der ABK. Die Künstlerin erhielt 2022 den Walter-Stöhrer-Preis für Grafik. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, 2025 gleich zweimal in der Galerie Lauffer in Stuttgart, 2024 in der Fritz und Hildegard Ruoff Stiftung in Nürtingen und 2023 in der Adolf Hölzel Stiftung Stuttgart. Weitere Stationen waren die Galerie Abtart Stuttgart sowie der Kunstverein Schorndorf (beide 2023), um nur eine Auswahl zu nennen.
In ihren Arbeiten eröffnet die Künstlerin Räume, in denen Fragen nach Identität nachhallen. Persönliche wie auch fremde Erinnerungsfragmente, Alltagsszenen und erzählte Erfahrungen verschmelzen darin zu neuen zeichnerischen Zusammenhängen. Auf poetische Weise bewegen sich die Werke zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen Sehnsucht, Verdrängung, Migration und Herkunft – und kreisen stets um das Ringen um eine eigene Position innerhalb der Gesellschaft. Häufig bilden Traumaufzeichnungen und innere Bildlandschaften den Ausgangspunkt für diese künstlerischen Untersuchungen.
Die Jury zeigte sich besonders von Stefanie Fleischhauers unverwechselbarer zeichnerischer und malerischer Handschrift beeindruckt. Ihre Werke thematisieren immer wieder differenziert Herkunft, Migration und Identität. Dabei wechselt die Künstlerin kontinuierlich die Perspektiven – als würde sie ihre Motive in einem gedanklichen Karussell aus immer neuen Blickwinkeln betrachten. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges, sich stetig wandelndes, dynamisches und bildstarkes installatives Gesamtwerk. Zur Jury gehörten Andreas Opiolka (ABK Stuttgart), Brigitte Ruland-Mollien (Hans-Ruhland-Stiftung), Daniela Meyer (Museum Stadt Ettlingen), Eckart Steinhauser (Künstler), Gabriela Oberkofler (Künstlerin), Gabriele Pokorny, Kuno Schlichtenmaier (Galerie Schlichtenmaier), Super Vivaz (Künstlerduo) und Werner Meyer (Kunstverein Wilhelmshöhe).