Willem Julius Müller ist der neue Kanzler der ABK Stuttgart
Inhalt
Zum 1. Juli 2025 tritt Willem Julius Müller das Amt des Kanzlers der ABK Stuttgart an. Er ist seit 2021 als Justiziar und Referent der Hochschulleitung tätig und ist bereits seit 2023 stellvertretender Kanzler der Hochschule. Von 2022 bis 2024 übernahm er zudem Leitungsaufgaben im Rektorat während der Vakanz der Rektorenstelle. Im Februar 2025 wurde er von den Mitgliedern des Hochschulrats und des Senats in einer gemeinsamen Sitzung für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt.
Mit seiner außergewöhnlichen Kombination aus juristischer und künstlerischer Ausbildung bringt Willem Julius Müller eine Doppelqualifikation mit. Er absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften an der der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Universität Hamburg sowie den Masterstudiengang „Immaterialgüter- und Medienrecht“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zudem studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HFBK) und an der Universität der Künste in Berlin und wurde mit dem Eduard Bargheer-Stipendium ausgezeichnet. Sein Studium der Freien Kunst schloss er an der HFBK Hamburg bei Prof. Werner Büttner und Prof. Dr. Michael Diers ab.
„Mit Willem Julius Müller gewinnen wir einen Kanzler, der sowohl die administrativen Herausforderungen einer Kunsthochschule als auch die Bedürfnisse der kreativen Arbeit aus eigener Erfahrung versteht“, erklärt Prof. Dr. Prof. h.c. mult. Eva-Maria Seng, Rektorin der ABK Stuttgart. „Diese seltene Kombination macht ihn zur idealen Besetzung für die Weiterentwicklung unserer Institution. Ich freue mich sehr und gratuliere unserem Kanzler herzlich zu seinem neuen Amt“, ergänzt Stefanie Larson, die Vorsitzende des Hochschulrats der ABK.
Vor seiner Tätigkeit an der ABK Stuttgart war Müller von 2020 bis 2021 als Leiter Recht beim Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) tätig. Dort befasste er sich insbesondere mit Fragen des Urheberrechts und der Rechtsdurchsetzung im digitalen Umfeld. Seine wissenschaftlichen Publikationen zur Haftung von Internetplattformen und zu urheberrechtlichen Fragestellungen unterstreichen seine Expertise in diesen Bereichen. Von 2014 bis 2019 war er als Justiziar beim BVMI angestellt und leitete dort den „Rechtsdurchsetzungsausschuss“ (RDA). Zudem betreute er von 2014 bis 2018 die ECHO-Veranstaltungen ECHO Pop, ECHO Jazz und ECHO Klassik rechtlich.
Parallel zu seiner juristischen Laufbahn ist Müller seit vielen Jahren als Künstler aktiv und hat zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland realisiert. Seine Werke sind in verschiedenen Sammlungen vertreten, darunter im Bundesumweltministerium in Bonn und in der Stiftung Leinemann in Berlin. Im Jahr 2021 gründete er die Ostfriesland Biennale mit, eine grenzüberschreitende Kunstschau für zeitgenössische Kunst in Ostfriesland und der niederländischen Provinz Groningen, die er bis heute konzeptionell leitet. Die zweite Ausgabe der Biennale findet vom 6. Juni bis zum 7. September 2025 statt.
In den vergangenen Jahren hat Willem Julius Müller wichtige Impulse an der ABK Stuttgart gesetzt. Er koordinierte die „Interdisziplinäre Projektwoche“ in den Jahren 2023 und 2024, die zum festen Bestandteil des akademischen Kalenders wurde und den kreativen Austausch zwischen den Disziplinen förderte. Als Leiter des Klimaschutz- und Energiezirkels entwickelte er strategische Konzepte zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2030 und vertritt die ABK regelmäßig in den Klimaschutzsitzungen der Stuttgarter Cluster-Hochschulen. In der Entwicklungsarbeit der Hochschule übernahm er die Leitung des Steuerungskreises zur Erarbeitung des neuen Leitbilds (2021–2022). Er trug zur Verstetigung des Teilstudiengangs „Intermediales Gestalten“ bei und initiierte die Reihe „Eine Art Leitbild“ mit dem Symposium „Do you know me? – Die Rolle einer Kunstakademie in Stadt und Region“. Darüber hinaus führte er Diskurse zu zeitgenössischen Themen wie „Bild- und Urheberrechte in der Bildenden Kunst“ und „KI, bitte übernehmen Sie! Chancen und Risiken des Einsatzes von künstlicher Intelligenz in der Bildenden Kunst“ ein.
Im Bereich Kultur- und Medienpolitik engagierte er sich für den BVMI von 2019 bis 2021 als Mitbegründer der Clearingstelle Urheberrecht im Internet (CUII) beim Bitkom sowie als Mitglied im Steuerungskreis und im Prüfungsausschuss der CUII. Darüber hinaus war er langjährig beim Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in verschiedenen Gremien aktiv, u. a. als Mitglied im Juristenkomitee. Weitere Tätigkeiten umfassten die Mitarbeit im Legal Committee der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) sowie Jurymitgliedschaften bei mehreren Kunstpreisen, aktuell in der Jury für das Kunststipendium auf Gut Altenkamp der EWE Stiftung. Zudem veröffentlichte Willem Julius Müller zahlreiche wissenschaftliche und künstlerische Beiträge in Fachzeitschriften, Ausstellungskatalogen und Sammelbänden.
Als Kanzler verfolgt Müller eine klare Agenda zur Weiterentwicklung der Hochschule. Er möchte die Akademie als sozialen Ort des gemeinsamen Gestaltens stärken und eine fortschrittliche Infrastruktur mit klaren Organisationsstrukturen etablieren. „Die Kunsthochschule muss ein Raum sein, der Begegnung und Austausch fördert – gleichzeitig aber durch eine effiziente Administration getragen wird“, erklärt Müller. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf der Stärkung der Bereiche Digitalität, Interdisziplinarität und Diversität, um die ABK für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen zu rüsten. Die Förderung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Hochschule ist ein weiterer Schwerpunkt seiner Vision. Müller plant, interdisziplinäre Projekte, Veranstaltungen und Kooperationen weiter auszubauen, um die Vernetzung der Hochschule mit anderen Institutionen zu intensivieren. Übergeordnetes Ziel ist die Schaffung idealer Rahmenbedingungen für Kunst, Wissenschaft, Forschung, Lehre und Verwaltung – um die ABK Stuttgart als zukunftsweisende Kunsthochschule zu positionieren.
„Ich freue mich sehr darauf, meine vielfältigen Erfahrungen als Jurist und Künstler im Kultur- und Kreativbereich in die neue Aufgabe einzubringen“, so Willem Julius Müller. „Die ABK Stuttgart hat das Potenzial, ihre Position als eine der führenden Kunsthochschulen Deutschlands weiter auszubauen. Gemeinsam wollen wir die Akademie zu einem Ort entwickeln, an dem innovative künstlerische Praxis und wissenschaftliche Forschung, interdisziplinärer Austausch und nachhaltige Strukturen in idealer Weise zusammenfinden.“