Glitched Green, Leonie Brandt
Inhalt
Im Zentrum meiner Bachelorarbeit steht die Frage, wie sich digitale Bildästhetik in die Technik der Ölmalerei übersetzten lässt und welche Wirkung daraus entstehen kann. Als Ausgangspunkt verwende ich eigene Fotografien von Naturmotiven, die ich digital bearbeite, durch Filter, Farbverschiebungen, Verzerrungen und überlagerte Ebenen, wie man sie aus sozialen Netzwerken oder gängigen Bildbearbeitungsprogrammen kennt. Diese digitalen Entwürfe sind keine exakten Vorlagen, sondern Impulse für die Umsetzung auf Leinwand.
Im Fokus steht für mich die Farbgestaltung: Ich arbeite häufig mit Tönen wie Magenta, Cyan, Neon-Grün oder bewusst unharmonischen Kombinationen, wie sie in digitalen Räumen auftreten. Mich interessiert, wie diese künstlich wirkenden Farben im analogen Medium der Ölmalerei wahrgenommen werden kann. Auch Bewegung und Irritation spielen eine zentrale Rolle: Pfalnzen erscheinen verzerrt, winden sich, kippen oder wachsen scheinbar aus dem Bild hinaus, als wären sie aus dem Gleichgewicht geraten.
So reflektieren meine Arbeiten eine Wahrnehmung von Natur, die zwischen Sehnsucht nach Athentizität, Reizüberflutung und digitaler Künstlichkeit schwanlt. Die digitalen Spuren dienen als Störung, als dekoratives Element oder als Teil einer neuen Bildsprache. Ich versuche, die Widersprüche heutiger Naturerfahrung sichtbar zu machen und auszuloten, wie stark unsere Vorstellung von Natur bereits von digitalen Bildern geprägt ist.