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Elisabeth Sonrel (1874–1953) zeigt in Le Cortège de Flore (1897) die Frühlingsgöttin Flora als Venus, Maria und Marianne zugleich – als Schönheit, Heilige und souveräne Führungsfigur. Ohne die traditionelle Begleitung des Windgottes Zephyr, der die Nymphe Chloris laut Ovids Dichtung zur Göttin der Blumen erhob, bringt sie den Frühling hier aus eigener Kraft.
Zwischen dem Décor des Art Nouveau und der Délicatesse des Symbolismus entwirft Sonrel ein Bild weiblicher Autonomie, das die Erwartungen ihrer Zeit erfüllt und zugleich still unterwandert: In Flora spiegelt sich die Künstlerin selbst als unabhängig, erfolgreich und ihrer eigenen Vision verpflichtet.

Da sich fast ihr gesamtes Werk in Privatbesitz befindet, gibt es kaum tiefergehende Analysen von Sonrels Bildern. Diese Arbeit setzt hier an, und widmet sich dem im Musée des Beaux-Arts de Mulhouse befindlichen Aquarellgemälde.

 

Die gesamte Arbeit ist hier zu sehen.

Die Arbeit wurde in der Staatsgalerie Stuttgart bei der Ausstellung A–Z II vom 14.07.–26.07.26 gezeigt.
Das Originalgemälde ist ein Aquarell auf Papier und befindet sich im Dépôt de la Société Industrielle de Mulhouse @Musée des Beaux-Arts de Mulhouse, Inventarnr.: D84.10.94, und misst 189,5 x 104,5 cm. Ein gebundenes Exemplar ist in der Bibliothek der ABK einsehbar.

 

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