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Anlässlich der Ausstellung „Iterations on Witnessing“ von Heba Y. Amin, Professorin für Digitale und Zeitbasierte Kunst an der ABK Stuttgart, im Rahmen des Hans-Molfenter-Preis 2025 laden die Künstlerin und das Kunstmuseum Stuttgart zu dem eintägigen Symposium „WITNESSING OTHERWISE“ ein.

Die von der Künstlerin konzipierte und kuratierte Veranstaltung widmet sich Zeug*innenschaft als politischer Beziehung zwischen Sehendem und Gesehenem. In diesem Verhältnis treten Hierarchien und Machtstrukturen zutage. Das Symposium geht der Frage nach, wie sich dokumentieren lässt, ohne anzueignen; beobachten, ohne zu beseitigen; und erinnern, ohne zu vereinnahmen.

Als konzeptioneller Ausgangspunkt dient das neurologische Phänomen des Blindsehens – ein Paradox, bei dem blinde Menschen weiterhin visuelle Reize verarbeiten können. Blindsehen wird hier zur politischen Allegorie einer Gegenwart, in der Wahrnehmung und Erkenntnis zunehmend auseinanderdriften. In einer von Bildern übersättigten Welt garantiert Sichtbarkeit längst keine Anerkennung mehr. Stattdessen zirkulieren Bilder anonym in Systemen, die überwachen, verarbeiten und filtern. Hier entscheidet sich, welche Inhalte für wen erscheinen und wie sie ins Bewusstsein eindringen.

Das Symposium versammelt Künstler*innen, Theoretiker*innen und Wissenschaftler*innen, um gemeinsam zu untersuchen, wie sich in Landschaften und Materialien Formen struktureller Gewalt einschreiben und sichtbar machen lassen. Zugleich befassen sich die Beiträge mit Bildern als Instrumenten der Kontrolle – und den vielfältigen Strategien, ihnen Widerstand entgegenzusetzen.

Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Die Teilnahme ist frei.

Das detaillierte Programm finden Sie unter kunstmuseum-stuttgart.de

 

On the occasion of the exhibition “Iterations on Witnessing” by Heba Y. Amin, presented as part of the 2025 Hans Molfenter Prize, the artist and Kunstmuseum Stuttgart invite you to the one-day symposium “WITNESSING OTHERWISE.”

Conceived and curated by the artist, this event explores witnessing as a political relationship between the observer and the observed. Within this dynamic, hierarchies and power structures come to light. The symposium examines how one can document without appropriating; observe without erasing; and remember without co-opting.

The conceptual starting point is the neurological phenomenon of blindsight—a paradox in which blind people are still able to process visual stimuli. Blindsight becomes a political allegory of a present in which perception and understanding are increasingly drifting apart. In a world oversaturated with images, visibility no longer guarantees recognition. Instead, images circulate anonymously through systems that monitor, process, and filter them. It is here where it is determined what can appear and can be known to whom. 

The symposium brings together artists, theorists, and scholars to explore how forms of structural violence are inscribed in landscapes and materials and how they can be made visible. At the same time, the contributions examine images as instruments of control—and the diverse strategies for resisting them. 

The symposium will be held in English. Admission is free.

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