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Gänseblümchen
Erst bei genauer Betrachtung werden die Verletzungen sichtbar: angeschnittene Blütenköpfe, fehlende Blätter, geknickte Stängel. Die Pflanzen wurden nach dem Mähen gesammelt, getrocknet und so präpariert, dass sie stehen bleiben.

Ausgangspunkt der Arbeit ist eine Form von Gewalt, die kaum als solche wahrgenommen wird. Die Beschädigungen entstehen nicht durch eine gezielte Handlung, sondern im Zuge alltäglicher Praktiken; Pflege, Ordnung und Kontrolle einer vom Menschen gestalteten Natur. Das Mähen ist ein selbstverständlicher Vorgang, ein Teil eines kulturell verankerten Verständnisses von Fürsorge.
Die Pflanzen werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen. Auf weißen Sockeln präsentiert, erscheinen sie als betrachtbare, archivierte Objekte. Eine Geste, die zunächst wie Fürsorge erscheint, jedoch untrennbar mit Eingriff und Aneignung verbunden ist.
Zwischen Bewahrung und Verlust, Aufmerksamkeit und Kontrolle thematisiert die Arbeit die Ambivalenz der menschliche Sehnsucht, Vergängliches festzuhalten, der Zeit zu entziehen und materiell zu sichern. Das Verletze bleibt jedoch sichtbar, sodass die Illusion von Unsterblichkeit zugleich eine Konfrontation mit Endlichkeit ist.

Regenwurm
Das Heft ist eine eigenständige Arbeit, welche durch die ungebundenen und glatten Seiten zur Interaktion einläd. Die Würmer können verschoben, verglichen oder überblättert werden. Eine spielerische Begegnung subtiler Gewalt.

 

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