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Late Point of Engagement ist der Entwurf eines Besucherzentrums im Leibfriedschen Garten in Stuttgart. Ausgangspunkt des Projekts ist ein Ort, an dem sich unterschiedliche Zeitschichten überlagern: die Ruine der Villa Moser aus dem 19. Jahrhundert, ihre Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Hans-Dieter Schaals Kunststation der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 sowie Jahrzehnte des langsamen Verfalls. Obwohl diese Spuren bis heute sichtbar geblieben sind, werden ihre historischen Zusammenhänge im heutigen Zustand des Parks kaum noch wahrgenommen.

Der Entwurf versteht Architektur daher nicht als Rekonstruktion der Vergangenheit oder als neues dominantes Objekt. Vielmehr schafft das Besucherzentrum einen räumlichen Einstieg in eine bereits vorhandene Geschichte. Der Projekttitel leitet sich vom dramaturgischen Begriff des Point of Attack ab, der den Moment beschreibt, in dem das Publikum erstmals in eine Handlung eintritt. Übertragen auf die Architektur bezeichnet Late Point of Engagement den Moment, in dem Besucherinnen und Besucher beginnen, die verborgenen Schichten eines Ortes selbst zu entdecken und miteinander zu verknüpfen.

Das Gebäude verbindet Ausstellung, Café und ein Theatron zu einem kleinen öffentlichen Kulturort. Die erhaltenen Mauerreste der Villa Moser werden in die neue Architektur integriert und bleiben als räumliche Zeugnisse der Vergangenheit sichtbar. Das Theatron dient sowohl als Zuschauerraum für ortsspezifische Aufführungen als auch als öffentlich zugängliche Freitreppe und Aussichtspunkt. Dadurch entsteht ein Ort, der Geschichte nicht ausschließlich vermittelt, sondern durch Bewegung, Aufenthalt und räumliche Erfahrung unmittelbar erfahrbar macht. Ziel des Projekts ist es, die vorhandenen Fragmente nicht zu ersetzen, sondern sie in einen neuen Zusammenhang zu stellen und dem Ort eine zeitgenössische Form der Nutzung zurückzugeben.

Übergeordnetes Projekt: Villa Moser – Leibfried

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