Personen

Ebinger Nicole

Dipl.-Rest. Nicole Ebinger

Promovendin auf dem Gebiet der Kunstwissenschaft/Kunsttechnologie

Titel der Dissertation: „Die Funde aus dem hallstattzeitlichen Fürstinnengrab von Herbertingen: Bergung, Freilegung, Restaurierung, Materialanalyse, Funktion und Auswertung“

Betreuung: Prof. Dr. Gerhard Eggert und Prof. Dr. phil. habil. Dirk Krausse
 

  • Kurzvita

    Seit 2005 ist Dipl.-Rest. Nicole Ebinger am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg beschäftigt und leitet als Chefrestauratorin die Archäologische Restaurierung der baden-württembergischen Landesdenkmalpflege. Auch ist sie leitende Kuratorin. Von 2012 bis 2013 nahm sie die Restaurierung eines der bedeutendsten Fundstücke der Eiszeit vor, des Löwenmenschen vom Hohlenstein-Stadel im Lonetal. 2018 erfolgte mit Prof. Dr. Dirk Krausse die Veröffentlichung des Buches „Das Geheimnis der Keltenfürstin“, das den sensationellen Fund von der Heuneburg vorstellt. Gleichzeitig kuratierte sie die gleichnamige Kabinettsausstellung. Sie koordiniert zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte. Eines ihrer Spezialgebiete ist die Auswertung von archäologischen Fundkomplexen mittels Röntgencomputertomographie. 2004 absolvierte sie ihr Studium an der ABK Stuttgart bei Prof. Dr. Gerhard Eggert. Geboren in Reutlingen.

    Abb.: LAD im RPS, Yvonne Mühleis

  • Laufende Dissortation

    „Die Funde aus dem hallstattzeitlichen Fürstinnengrab von Herbertingen: Bergung, Freilegung, Restaurierung, Materialanalyse, Funktion und Auswertung“

    Kurzfassung
    Das 2010 etwa 2,5 km südöstlich der Heuneburg entdeckte und aufgrund des Erhaltungszustands sowie des herausragenden Inhalts der Grabkammer im Block geborgene und 80 Tonnen schwere Fürstinnengrab von Herbertingen (Kreis Sigmaringen) ist seit 35 Jahren eines der bedeutendsten Funde für die späte Hall-stattzeit.
    Das Grab stellt auf Grund seiner historischen Bedeutung, der Qualität seiner Beigaben und seiner ebenso außergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen eine große Herausforderung für die Restaurierung und Archäologie dar. Bergung, Restaurierung, Analyse und Funktionsbestimmung der z.T. singulären Beigaben erfordern den Einsatz, z.T. auch die Entwicklung innovativer Methoden.
    Diese im Rahmen des interdisziplinären Dissertationsprojekts entwickelten und angewendeten Verfahren und die dabei erreichten Ergebnisse zielen auf die Erweiterung des Methodenspektrums im Bereich der Restaurierungswissenschaften und verschiedener Nachbardisziplinen.
    Ein weiteres Ziel der Arbeit ist die Funktionsinterpretation schwer ansprechbarer archäologischer Beigaben. Diese archäologisch-technischgeschichtlichen Untersuchungen konzentrieren sich im Rahmen des Dissertationsvorhabens auf eine wichtige Beigabengruppe des Grabes, die sich auf Grund ihres singulären Charakters bisher einer Funktionsinterpretation entzieht. Erste Beobachtungen weisen in den Bereich des Pferdegeschirrs. Die Interpretation des potentiellen „Pferdegeschirrs“ erfordert neben der restaurierungs-wissenschaftlichen und archäometrischen Analyse auch eine archäologisch-technikgeschichtliche Einordnung der betreffenden Beigaben. In diesem Teilaspekt wird das Dissertationsvorhaben auch eine vergleichende typologische Einordnung des „Pferdegeschirrs“ aus dem Bettelbühlgrab umfassen und sich darüber hinaus mit bestehenden Restaurierungsvorschlägen bzw. Rekonstruktionen dieser Fundgruppen kritisch auseinandersetzen.
    Eine wichtige Methode innerhalb des Vorhabens ist die Röntgencomputertomographie (RCT). Die Vorteile der Methode, die in den letzten Jahren in der Archäologischen Restaurierung systematisch erforscht wurden, werden innerhalb des Forschungsvorhabens genutzt. Die virtuelle Freilegung soll als Beleg für die Ansprache der Fundgegenstände sowie deren Funktion dienen.
    Die stratigraphische Auswertung mittels der Röntgencomputertomographie unterstützt wesentlich abschließende Rekonstruktionen.
    Die Herausforderung der Anwendung der Methode zur Auswertung der Grabkammer liegt in der Größe der Blockbergung, die durch die Befunde und deren durch die manuelle Freilegung sichtbaren Befundgrenzen vorgegeben sind. Einmalig ist hierbei, dass die RCT zum ersten Mal systematisch für die Auswertung einer gesamten Grabkammer angewendet wird.

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