Abschied: Die Professoren Dr. Gerhard Eggert, Volker Schaible, Eduard Schmutz und Alfred Seiland treten in den Ruhestand ein

Die ABK Stuttgart verabschiedet sich von gleich vier Professoren, die allesamt nach langjähriger Lehrtätigkeit in ihren Lehrgebieten am 31. März 2019 in den Ruhestand traten.

Abb.: Prof. Dr. Gerhard Eggert, Prof. Volker Schaible, Prof. Eduard Schmutz, Prof. Alfred Seiland Abb.: Prof. Dr. Gerhard Eggert, Prof. Volker Schaible, Prof. Eduard Schmutz, Prof. Alfred Seiland

01.04.2019

Der Chemiker Prof. Dr. Gerhard Eggert, im Jahr 1955 geboren, lehrte an der Akademie von 1998 an als Professor für Konservierung und Restaurierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten in der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung. Rund zwei Jahrzehnte lang erforschte Eggert seltene Korrosionsprodukte auf Kulturgut. Die Metallkorrosion, die durch Kontakt mit historischem Glas verursacht wird, stand dabei in den letzten Jahren stark im Vordergrund. Ein großer Erfolg gelang Gerhard Eggert jüngst noch mit der Entschlüsselung der Struktur und Zusammensetzung des bislang unbekannten Korrosionsprodukts „Zink C“, den er zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seines Studiengangs sowie mit dem MPI für Festkörperforschung erzielen konnte. Gerhard Eggert war lange Zeit Mitglied in verschiedenen Gremien der ABK und Ombudsperson für gute wissenschaftliche und künstlerische Praxis.

Mit Prof. Volker Schaible scheidet nach 18 Jahren ein weiterer Professor aus der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung aus. 1953 in Nagold (Calw) geboren, absolvierte Schaible bereits das Studium der „Restaurierung und Technologie von Gemälden und gefassten Skulpturen“ an der ABK Stuttgart. Daran anschließend etablierte er an der Hochschule für Gestaltung, Kunst und Konservierung in Bern in der Schweiz den Studiengang „Konservierung und Restaurierung von Gemälden und Skulpturen“, dessen Leitung er von 1982 bis 2000 innehatte. Im darauffolgenden Jahr erhielt Volker Schaible dann den Ruf an die Akademie, wo er bis 2019 als Professor für Konservierung und Restaurierung von Gemälden und gefassten Skulpturen lehrte und Studiengang weiter vorantrieb. Als Leiter des Instituts für Konservierungswissenschaften nahm er sich zusammen mit seinem Stellvertreter Prof. Dr. Gerhard Eggert der Förderung der Zusammenarbeit baden-württembergischer Institutionen im Kontext der Kunst- und Altertumswissenschaften, Kunsttechnologie und Erhaltung von Kunst- und Kulturgut an und trug Sorge dafür, den Anspruch der einzigartigen Forschungsvielfalt im Bereich Konservierung und Restaurierung der ABK Stuttgart aufrechtzuerhalten.

Prof. Eduard Schmutz aus dem Studiengang Architektur war 24 Jahre als Professor für Entwerfen, Architektur und Design an der ABK Stuttgart tätig. Geboren 1951 in Zürich in der Schweiz, dozierte er von 1990 bis 1995 zunächst als Professor für Entwerfen und Gebäudelehre im Fachbereich Architektur/Innenarchitektur an der Fachhochschule Coburg, bis er 1995 an der ABK Stuttgart die Nachfolge des Industriedesigners und Innenarchitekten Prof. Arno Votteler antrat. Der Schwerpunkt der Lehre von Eduard Schmutz lag auf der Auseinandersetzung mit den Beziehungen von Objekt, Innenraum und Außenraum auf der Basis von künstlerischen, technischen und wissenschaftlichen Grundlagen, die von der interdisziplinären Struktur der Akademie stark geprägt war. Von 1997 bis 2004 leitete er das Weißenhof-Institut der ABK.

Der österreichische Fotograf Prof. Alfred Seiland, 1952 in St. Michael in der Steiermark geboren, war von 1997 an über zwanzig Jahre Professor für Fotografie im Studiengang Kommunikationsdesign der Fachgruppe Design. Vor allem bekannt ist er durch sein Langzeitprojekt „Imperium Romanum“, für das er seit 2006 den erweiterten Mittelmeerraum bereist und dabei architektonische und landschaftliche Spuren der römischen Antike in ihrer Beziehung zur Gegenwart fotografisch dokumentiert. Mit Seilands Ruf an die Akademie konnte die Lehre der Fotografie im Studiengang Kommunikationsdesign nach fünfjähriger Vakanz erstmals wieder aufgenommen und zukunftsweisend fortgeführt werden. Durch das maßgebliche Einbinden der Fotografie in das Grafik- und Editorial Design hat Alfred Seiland dem Genre Fotografie im Studiengang einen neuen Stellenwert verschafft und diese zu einem wesentlichen Bestandteil werden lassen.

Für ihre großen Verdienste um die Akademie und ihr Engagement danken wir Prof. Dr. Gerhard Eggert, Prof. Volker Schaible, Prof. Eduard Schmutz und Prof. Alfred Seiland herzlich und wünschen ihnen für den Eintritt in den Ruhestand alles Gute!


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