Reallabor Spacesharing

An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart werden unter Leitung der Fachgruppe Architektur seit Januar 2015 mit dem über drei Jahre angelegten Forschungsprojekt „Reallabor Spacesharing“ neue Konzepte für die Steigerung der Nutzungsintensivierung von Gebäuden in städtischem Kontext entwickelt und umgesetzt.

Informationen zum Projekt „Reallabor Spacesharing“ (pdf)
Flyer zum Projekt „Reallabor Spacesharing“ (pdf)

  • Allgemeine Informationen zum Projekt

    In Kooperation mit Reallaboren an sechs weiteren Hochschulen des Landes gehört das „Reallabor Spacesharing" der ABK Stuttgart zu den im Rahmen des Landesprogramms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ geförderten Projekten. Dies ist verbunden mit dem Ziel, nicht nur die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse für Politik und Wirtschaft zu fördern, sondern vor allem die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung insgesamt zu erhöhen. Mit dem Förderprogramm nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist.

    Der Forschungsansatz des „Reallabors Spacesharing" setzt sich intensiv mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinander, der eng mit dem Ressourcenbedarf einer Gesellschaft und damit mit der Ressourceneffizienz verbunden ist. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass in städtischen Wachstumsregionen wie Stuttgart die umbauten Volumen und Nutzflächen zunehmen, während die Nutzungsdichte sinkt. Ziel des Projektvorhabens ist es, Raumnutzungen des Gebäudebestands mit dem bestehenden Bedarf heterogener Akteure räumlich zu kombinieren und somit die Nutzungseffizienz von Gebäuden im städtischen Kontext zu steigern.

    Das Projekt wird an der ABK Stuttgart inter- und transdisziplinär durchgeführt und findet in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an Kooperationspartnern – unter anderem der Stadt Stuttgart, der Vermögen und Bau Baden-Württemberg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart – statt. Die Lehre wird mit Praxisbezug umgesetzt, neue Lehrformate und Methoden werden entwickelt, und innovative Ansätze können umfassend erprobt werden und finden schneller ihren Weg in die Praxis.Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Grundlagenforschung an der Hochschule und Realexperimenten in der Stadt werden Erneuerung und Innovation langfristig wirksam in Stadtentwicklung integriert.

    Im Verlauf des Forschungsvorhabens wird eine geeignete Trägerstruktur aufgebaut, die die Implementierung und Bewirtschaftung der Spacesharing-Angebots- und Buchungs-Plattform gewährleistet, ein umfangreiches Netzwerk und den Kompetenzcluster zum Thema Spacesharing bietet sowie die Herausgabe des Spacesharing-Manuals als Handbuch zum Thema betreibt.

    Koordination:
    Dipl.-Ing. Ines-Ulrike Rudolph
    Akademische Mitarbeiterin „Reallabor Spacesharing“

  • Nutzer/innen Aufruf 04/2016–09/2017

    Wollten Sie schon immer einen Raum für…?
    Unterrichtest Du Yoga? Bist du Designerin oder Designer? Bieten Sie einen Nähkurs an oder besuchen Sie einen? Willst Du ein Fest feiern? Ist Ihr Besprechungsraum zu klein? Seid Ihr nur kurz in der Stadt und sucht einen Treff- und Arbeitsort? Verein, Team oder alleine? Privat oder öffentlich - kommerziell oder gemeinnützig?

    Teilen sie mit uns und untereinander vier unterschiedlich große Räume mit insgesamt 140qm im coolsten 80er-Jahre Bau Stuttgarts, im Calwer Kopfbau in zentraler Lage am Rotebühlplatz in der Stuttgarter Innenstadt.
    Das kann ich mir nie leisten! Doch, kannst Du schon! Nutzerinnen- und Nutzeraufruf Flyer (pdf)

    Der Standort

    3.OG Calwer Kopfbau
    Rotebühlplatz 20a, S-Mitte

    In Stuttgart-Mitte am Rotebühlplatz befindet sich das Gebäudeensemble um die Calwer Passage. Als realisierter Wettbewerbserfolg Ende der 70er Jahre erbaut und mit mehreren Preisen ausgezeichnet, steht das Haus heute teilweise unter Denkmalschutz und stellvertretend für Gebäude dieser Zeit, die nun technologisch saniert oder ersetzt werden müssen, um den heutigen Anforderungen gerecht werden zu können. Stadträumlich stellt diese Baustruktur ein besonderes Gefüge dar, das mit seiner Passage zwischen historischen Fachwerkgebäuden und Bürolandschaft vermittelt, verschiedene offene und gefasste Platzformationen definiert und gleichzeitig einen der grössten Verkehrsknotenpunkte und Umsteigeorte in Stuttgart darstellt. Während der Bürobau entlang der Theodor-Heuss-Straße und die Erdgeschosszone im Kopfbau nach wie vor genutzt werden sowie die Calwer Passage durch das alternative Kaufhaus-Konzept FLUXUS reaktiviert ist, stehen die Obergeschosse im Kopfbau der Calwer Passage teilweise leer.

    Die Räume des Pilotprojektes

    In das dritte Obergeschoss des Kopfbaus der Calwer Passage zieht das Pilotprojekt Spacesharing ein. Optional stehen weitere Flächen im zweiten und vierten Obergeschoss zur Bespielung zur Verfügung. Der Flächenausbau der Flächen im dritten Obergeschoss wurde vom Vormieter übernommen. Die Räume sollen schrittweise entlang der konkreten Spacesharing-Nutzungen und deren Anforderungen umgebaut, ergänzt und transformiert werden. Flexible Möblierung und Raumaufteilungen werden improvisiert, um Hinweise für neue bauliche und organisatorische Lösungen zu erhalten. 

    Folgende Barrierefreie Räumestehen zur Verfügung:

    • Raum 1        50qm
    • Raum 2        26qm
    • Raum 3,4    15qm
    • Raum 5          8qm

    Folgende zugeordnete Räumlichkeitensind nutzbar:

    • Aufzug
    • Teeküche/Bar
    • 4,5qm Mini-Lounge
    • sanitäre Anlagen für Damen und Herren

    Grundriss (jpg)

    Die Ausstattung

    • WLAN
    • Schränke
    • Grundausstattung an Bestuhlung und Tischen

    Die potentiellen Nutzer und NutzerInnen

    Angesprochen sind Nutzungsinteressierte aus diversen Bereichen und mit sehr verschiedenen Anliegen und Bedürfnissen.

    Das können unter anderem sein:

    • Privatpersonen
    • Start-ups und Spin-offs
    • Vereine und Projektgemeinschaften
    • Initiativen aus der Nachbarschaft
    • Einzelhandel, Handwerk und andere Unternehmen
    • Dienstleister
    • Projekte für einen sozialen, religiösen und gesellschaftlichen Dialog

    Nutzerseitig ist für eine gegenseitig erfolgreiche Zusammenarbeit, die Bereitschaft notwendig, sich auf dynamische Prozesse einzulassen (Testphase) und Laborbedingungen akzeptieren zu können. Es wird Freude am Experimentieren und an der Kooperation mit unterschiedlichen Nutzungen und Nutzern benötigt sowie an den nutzungsspezifischen, atmosphärischen Überlagerungen. Die Intensität der Kommunikation und Interaktion obliegt der jeweiligen Nutzerin und dem jeweiligen Nutzer. Es wird herauszufinden sein, was geht und was nicht geht und wo Gestaltungsgrundsätze für Spacesharing liegen: organisatorisch, baulich und ökonomisch. 

    Das Reallabor „Spacesharing“-Team

    Wir sind ein Team aus Studierenden und Lehrenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, das sich ais Architekt/innen, Ingenieur/innen, Künstler/innen und Designer/innen zusammensetzt. Wir arbeiten zusammen mit unseren Kooperationspartnern an der Fragestellung wie Raum als Ressource besser genutzt werden kann. Das Pilotprojekt wird von uns initiiert und gemanagt. Wir sind Ihr Ansprechpartner vor Ort und moderieren, begleiten und organisieren den Transformationsprozess. 

    Der Ablauf

    Die verschiedenen Anfragen von Nutzungsinteressenten werden im Rahmen des Studienbetriebes der ABK Stuttgart und von deren Kooperationspartnern erfasst und organisiert. Die Auswahl der ersten Nutzergruppen erfolgt Anfang Mai 2016. Mietanfragen sind jedoch über die gesamte Testlaufzeit bis zum 30.09.2017 möglich. Im Rahmen von zwei Start-up-Workshops im Mai/Juni 2016 diskutieren und erarbeiten wir gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern die Nutzungspläne, die Zeitpläne und errechnen die Kosten.

    Besondere Herausforderung, wird die räumliche Kombination heterogener Nutzungsarten sein und die Gestaltung von räumlichen und zeitlichen Übergängen. Dabei liegt die Aufmerksamkeit auch auf dem Schaffen einer intelligenten Träger- und Bewirtschaftungsstrategie. Kooperationen werden erschlossen und Konditionen verhandeln, um auf eine langfristig tragfähige Entwicklung von Spacesharing hinzuarbeiten. 

    Zielsetzung und Gewinn

    Zwischen den Nutzerinnen und Nutzern sollen Synergien und Impulse entstehen, welche ein innovatives und agiles Umfeld für eine nachhaltige Entwicklung und Transformation des Standortes und wenn erwünscht, auch für die Projekte und Produkte der Nutzerinnen und Nutzer generieren. Mit Spacesharing entsteht ein virtueller und physischer Marktplatz, welcher Zugänge zu diversen Netzwerken eröffnet. Das erworbene Wissen über Spacesharing wird transparent gemacht und fliesst auch in andere aktuelle Stadtumbauprozesse. Ziel ist es, Spacesharing zu einem stadtweiten Entwicklungstool für untergenutzte Räume und Standorte zu machen.

  • Nutzer/innen Formular und Kontakt

    Wollen Sie dabei sein?

    Melden Sie sich jederzeit online an unter www.supersaas.de/schedule/login/reallabor/Calwerkopfbau oder senden Sie das Formular (pdf) per E-mail an reallabor(at)abk-stuttgart.de

    Im Falle evtl. Rückfragen zum Nutzeraufruf und zu den Räumen können Sie uns per E-Mail unter reallabor(at)abk-stuttgart.de kontaktieren.

  • Das Pilotprojekt 24/7

    Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht das Pilotprojekt: Nach einer umfassenden qualitativen Kartierung Stuttgarter Stadtteile wurden Räumlichkeiten im Calwer Kopfbau am Rotebühlplatz in der Stadtmitte Stuttgarts für den Realversuch ausgewählt. Das Pilotprojekt Spacesharing im Kopfbau der Calwer Passage möchte ein Ort in Stuttgart sein, an dem heterogenen Nutzungen mit maximaler Offenheit gezielt Raum geboten wird, um durch deren Kombination möglichst vielfältige Situationen zu kreieren und Spacesharing möglichst umfassend testen zu können. Der angesprochene Nutzerkreis is bewusst offen gehalten von der Privatperson über Vereine, akademische Einrichtungen, Firmen oder Start-ups, etc. sollen im Rahmen dieser Konzeption, innerstädtischen Raum bedarfsorientiert und kostengünstig nutzen. Die Nutzungsart ist dabei nicht eingeschränkt, sondern bedarfsorientiert: von der  Familienfeier über Büroarbeit, Yoga, Nähkurse, Übernachtung, etc. soll alles möglich sein.

    Innerhalb der Räumlichkeiten soll zusammen mit den Nutzern aus der Stadtgesellschaft eine Maximierung der Nutzungsintensität von Raum erprobt und durchgeführt werden. Ziel ist es eine möglichst 24/7-Nutzung der Räume durch unterschiedliche serielle und parallele Nutzungen und Nutzer zu erreichen. Die Nutzung des Pilotprojektes innerhalb des Forschungsvorhabens ist von April 2016 bis Ende 2017 angedacht.

  • Neuigkeiten

    Reallabor Spacesharing gewinnt ersten Preis der DGNB Sustainability Challenge. Weitere Informationen zur Preisvergabe finden Sie hier.

„24/7 Spacesharing on 4x4“ – Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 29.04.–30.04.2015

3.OG Calwer Kopfbau Rotebühlplatz 20A, S-Mitte

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