Rundgang 2018: Die Preisträgerinnen und Preisträger

Am heutigen Sonntag endet der Rundgang der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der auch in diesem Jahr wieder von mehreren tausend Neugierigen und Kunstinteressierten besucht wurde. Neben der Ausstellung aktueller Studienarbeiten, Performances, thematischen Führungen und anderen Aktionen standen ebenfalls Preisverleihungen auf dem Programm.

Foto: Martin Lutz Foto: Martin Lutz

22.07.2018

Der DAAD-Preis ging an Miji Lee aus dem Studiengang Bildende Kunst. 1990 in Südkorea geboren, absolvierte sie den Bachelor of Fine Arts in der Fachrichtung Malerei an der Hongink Universität in Seoul/Südkorea. Von 2014 bis 2016 war sie im Rahmen eines internationalen Austauschprogramms Gaststudentin in der Klasse von Holger Bunk, Professor für Malerei und Aktzeichnen. Im Anschluss daran nahm Miji Lee dann das Studium an der ABK Stuttgart zunächst in der Grundklasse für Allgemeine künstlerische Ausbildung bei Prof. Rolf Bier auf und setzt dieses in der Fachklasse für Fotografie von Prof. Ricarda Roggan bis heute erfolgreich fort. Miji Lee zeichnet sich in ihrem künstlerischen Arbeiten durch ihre besondere Auseinandersetzung mit den Medien Fotografie und Videoarbeiten aus. Ihre Annäherung an die Fotografie gilt als unkonventionell und überraschend; mit ihren Videoarbeiten zeigt Lee nicht zuletzt einen feinen Sinn für Raum, Narration und das Erfassen menschlicher Momente. Ihr präziser Umgang mit Sprache ist sichtbar und setzt sich in ihren performativen Arbeiten auf subtile Art und Weise fort. „Miji Lees künstlerisches Schaffen erfolgt auf insgesamt hohem Niveau, und sie hat Herausragendes geleistet“, so die Auswahlkommission. 

Mit dem Akademiepreis der ABK Stuttgart wurden geehrt: Aus dem Studiengang Bildende Kunst die Studentin Ruxin Liu aus der Klasse von Prof. Rainer Ganahl für ihre Videoarbeit „Leben im Weltraum“; Antonia Lamb aus der Klasse von Prof. Reto Boller für ihre 13 Papierarbeiten „Aus einer Serie von 500“, Maren Frey aus der Klasse von Prof. Udo Koch für ihr Video mit Aluminiumspiegel „Reflection on Venus“, und Mona Barmeier aus der Grundklasse von Prof.  Andreas Opiolka/Cindy Cordt für ihre Videoarbeit „Breaking Habits Breaking Habits Breaking Habits“. Ein weiterer Akademiepreis ging an die Fotografie-Klasse von Prof. Ricarda Roggan sowie an die Klasse von Prof. Patrick Thomas aus dem Studiengang Kommunikationsdesign für das interdisziplinäre Gemeinschaftsprojekt „The Great Infinity Today“.

Michael Varga aus dem Studiengang Industrial Design wurde für seine Arbeit „Conscious Unconsciousness“ ausgezeichnet (Betreuung: Prof. i.V. Gerhardt Kellermann und Ana Relvão), der Absolvent des Studiengangs Kommunikationsdesign Duc Lam Nguyen aus der Klasse von Prof. Uli Cluss für seine Diplomarbeit „So No Lo Hai“, und Janina Bieberstein aus dem Studiengang Textildesign überzeugte die Jury mit ihrer Diplomarbeit „Zeitgeist“ (Betreuung: Prof. Karl Höing).

Im Studiengang Architektur gingen Akademiepreise an Tim Bruder, Sarah Gerdiken, Hanna Hoffmann und Sara Schäfer für die Rundgang-Präsentation und das besondere Engagement für die Fachgruppe Architektur (Betreuung: Prof. Marianne Mueller und AM Constantin Hörburger). Die Klassen für Grundlagen der Gestaltung von Prof. Fahim Mohammadi und Grundlagen des Konstruierens/Design und Prototyping von Prof. i.V. Lisa Ochsenbein wurden für die gemeinsame Ausstellungskonzeption honoriert; AM Natalie Weinmann und ihre Studierenden für die eigenständige Umsetzung des innovativen Lehrkonzepts „Dare’n’Do“, und die Klasse für Entwerfen, Architektur und Gebäudetypologie von Prof. Marianne Mueller erhielt zusammen mit dem Leiter der Keramikwerkstatt, Jong-Hyun Park, den Akademiepreis für das interdisziplinäre Projekt „Architektur und Keramik“. Die Akademiepreise konnten mit freundlicher Unterstützung der SV SparkassenVersicherung überreicht werden.

Mit dem Walter-Stöhrer-Preis für Grafik prämiert wurde Alina Anderson aus der Klasse von Prof. Thomas Bechinger. Die Jury lobte die junge Künstlerin dafür, dass sie auf überzeugende Weise ihre von sehr sensiblen Zeichnungen und Objekten ausgehenden Bildideen mit den Mitteln digitaler Medien in eine stark graphisch geprägte Bildsprache überführt, die lustvoll mit der Spannung zwischen technoider Anmutung und freien, zeichenhaften Formfindungen spielt. Eine Anerkennung im Rahmen der Vergabe des Stöhrer-Preises erhalten Julius Nägele aus der Klasse von Prof. Alexander Roob und Michael Schramm aus dem Verbreiterungsfach Intermediales Gestalten unter der Leitung von Prof. Dr. Cristina Gómez Barrio und Prof. Wolfgang Mayer. Der Walter Stöhrer-Preis für Grafik wird in zweijährigem Turnus von der Walter-Stöhrer-Stiftung an Studierende, Absolventinnen oder Absolventen der ABK Stuttgart verliehen und ist mit 2.500 Euro dotiert.

Auch durch den Verein der Freunde der Akademie e.V. wurde auch in diesem Jahr wieder eine Reihe an Preisen vergeben:

Der Kunstpreis Förder-Koje ging an das Kollektiv „mitteperformance“. Überzeugt hatte die Mitglieder der Jury das klassenübergreifende Engagement und die Initiative des Kollektivs, sich mit der Thematik des NSU-Komplexes auseinanderzusetzen. Bei der Präsentation bedienten die Studierenden sich einer großen Medienvielfalt und beeindruckten darüber hinaus mit dem interdisziplinären Ansatz des Projektes, an dem Studierende aus sieben Klassen der Akademie beteiligt waren: Surja Ahmed, Kristina Arlekinova, Katharina Becker, Juliana Boller, Therese Friedemann, Laura Müller-Said, Ülkü Süngün, Sabrina Schray, Florina Siegert und Helen Weber.

Den Erwin-Heinle-Preis, vergeben für Arbeiten mit Innovationsgehalt, Zukunftsfähigkeit, Interdisziplinarität und gesellschaftlicher Relevanz in den angewandten Studiengängen erhielt der Architektur-Absolvent Taehwan Kim für seine Masterarbeit „Street Life in Apartment“. Der Preis wurde erstmalig vom Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner gestiftet. Mit dem Herta-Maria-Witzemann-Preis für künstlerische Qualität in den angewandten Studiengängen wurde die Akademie-Absolventin Manuela König für ihre Masterarbeit „Raumwelten – Space Explorer“ ausgezeichnet.

Erstmals in diesem Jahr verliehen wurde darüber hinaus der Kurt Weidemann-Preis im Studiengang Kommunikationsdesign, initiiert durch das „Stellwerk West“ und den Verein der Freunde der Akademie e.V.. Der Preis ging an die Studierenden Klasse von Professor Patrick Thomas und ist mit 1.500 Euro dotiert. 

Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratulieren wir herzlich!


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