Sebastian Hannak gewinnt den FAUST-Preis für Bühne und Kostüm

Alumnus Sebastian Hannak wurde am 3. November 2017 mit dem FAUST in der Kategorie Bühne und Kostüm ausgezeichnet. Er erhält den wichtigsten deutschen Theaterpreis für seine Raumbühne HETEROTOPIA an der Oper Halle. Mit Premieren in Oper, Schauspiel und Ballett prägte die Rauminstallation maßgeblich die Spielzeit 16/17 der Bühnen Halle.

Abb.: Sebastian Hannak nimmt den FAUST-Preis in Empfang (Foto: Markus Nass) Abb.: Sebastian Hannak nimmt den FAUST-Preis in Empfang (Foto: Markus Nass)

06.11.2017

Bereits in der Kritikerumfrage des Theatermagazins Die Deutsche Bühne gehörte Hannak mit HETEROTOPIA zu den drei erfolgreichsten Theaterkünstlern der Saison 16/17: „Einer der profiliertesten Bühnenbildner seiner Generation... seine Raumgestaltungen für Oper, Schauspiel, Tanztheater und Ballett verweigern oft jeden szenischen Realismus und werten den Bühnenraum zum eigenständigen Sinnträger auf.“

Im Namen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart gratuliert Prof. Martin Zehetgruber Alumnus Sebastian Hannak: „Die Bühnenentwürfe von Sebastian Hannak brechen die herkömmliche Theaterarchitektur auf. Zwischen Reizüberflutung und ungekannter Nähe zum Bühnengeschehen werden die Zuschauer durch seine Bühnenbilder ins Unmittelbare des Theaters gerissen. Seine variable Installation für die Oper Halle verschränkt den Zuschauerraum mit dem Bühnenraum vom überbauten Parkett bis in die entlegensten Winkel der Hinter- und Seitenbühne. Rastlos auf der Drehbühne oder abgestellt vor einer Videoleinwand sucht jeder Zuschauer stets aufs Neue den eigenen Blick auf das Stück. Ich gratuliere Sebastian Hannak herzlich zur Auszeichnung.“

DER FAUST – in etwa der Oscar des Theaters – prämiert jährlich wegweisende Arbeiten an Bühnen in Deutschland. „Mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ehren wir herausragende Künstlerinnen und Künstler, die für die ästhetische Autonomie der Künste ebenso stehen wie für ihre gesellschaftliche Wirksamkeit", so der Präsident des Deutschen Bühnenvereins Ulrich Khuon. Der diesjährige Festakt im Schauspiel Leipzig wurde live von 3sat ausgestrahlt. Ab Minute 17 sind ein Bericht über Sebastian Hannak und seine Dankesworte zu sehen. Zur Nominierung produzierte der MDR zudem einen Radiobericht über seine Arbeit. Neben Sebastian Hannak wurden dieses Jahr unter anderem Elfriede Jelinek und Christoph Marthaler mit dem FAUST ausgezeichnet.

Von 1999 bis 2004 studierte Sebastian Hannak an der ABK Stuttgart bei Prof. Jürgen Rose und Prof. Martin Zehetgruber. Während des Studiums verbrachte er einen Arbeitsaufenthalt bei David Hockney in Los Angeles. Seine Ausstattungen für Oper, Schauspiel, Tanztheater und Ballett führten ihn an namhafte Häuser im deutschsprachigen Raum, darunter die Staatsoper Stuttgart, das Hessische Staatsballett, das Schauspiel Frankfurt, die Oper Halle, das Nationaltheater Mannheim und das Staatstheater Karlsruhe. 2016 debütierte er an der Staatsoper Budapest mit The Fairy Queen von Purcell. Mit dem Choreografen Tim Plegge und den Regisseuren Florian Lutz und Martin Nimz verbindet ihn eine enge Arbeitsbeziehung. Sebastian Hannaks Bühnenbilder wurden mehrfach zum Raum des Jahres nominiert und unter anderem auf der Prager Quadriennale ausgestellt. 2017 erhielt er den Weltenbauer Award der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft. Er lebt und arbeitet in Heidelberg.

Im Mai 2016 eröffnete Sebastian Hannak die Vortragsreihe der Absolventinnen und Absolventen der Klasse Bühnen- und Kostümbild, die im laufenden Semester Fortsetzung findet.

www.sebastianhannak.com


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